Prozess in Cottbus:

Mutmaßliche Autoschieber gestehen Angriff auf Polizisten

Bei einer Jagd auf Autodiebe wurden drei Polizeibeamte verletzt. Die Beschuldigten hatten gute Gründe, die Tat einzuräumen.

Die Angeklagten sollen eine Polizeikontrolle durchbrochen haben.
Oliver Mehlis Die Angeklagten sollen eine Polizeikontrolle durchbrochen haben.

Nach einer Verfolgungsjagd mit verletzten Polizisten auf der Autobahn 15 haben zwei mutmaßliche Autoschieber ein Geständnis abgelegt. Ihre Anwälte verlasen zum Prozessauftakt am Landgericht Cottbus entsprechende Erklärungen. Die Staatsanwaltschaft wirft den 25- und 24-Jährigen vor, im Sommer 2014 mit gestohlenen Autos in Richtung Polen gefahren zu sein und dabei eine Polizeikontrolle auf der A 15 bei Forst (Spree-Neiße) durchbrochen zu haben.

Der Ältere habe auf der Flucht Polizeiautos gerammt. Ein Streifenwagen überschlug sich mehrmals, der zweite kippte auf die Seite. Drei Polizisten wurden dabei verletzt. Die Angeklagten wurden festgenommen. Ein dritter Beteiligter konnte indes unerkannt flüchten.

Dem älteren Angeklagten tut die Tat leid

Der Anwalt des 25-Jährigen gab an, dass es dem Angeklagten leidtue. Er habe niemanden verletzen wollen. „Er hatte Angst, dass er in Deutschland bestraft wird“, so der Verteidiger. Sein Mandant habe Schüsse gehört, „Todesangst“ gehabt und sei deshalb geflüchtet.

Beide Angeklagte stammen aus Polen. Sie sollen auch dort angeworben worden sein, Autos aus Deutschland über die Grenze zu bringen – für jeweils 450 Euro.

Vor den Geständnissen hatte es ein Rechtsgespräch zwischen den Prozessbeteiligten gegeben. Der Vorsitzende Richter stellte in Aussicht, dass bei einem Geständnis gegen den 25-Jährigen eine Haftstrafe zwischen vier Jahren und drei Monaten und vier Jahren und neun Monaten verhängt werden könnte. Bei dem zweiten Angeklagten könnte das Strafmaß zwischen einem Jahr und drei Monaten und einem Jahr und acht Monaten liegen. Zudem wolle das Gericht bei dem 24-Jährigen prüfen, ob eine Bewährungsstrafe infrage kommt. Ein Urteil soll am 16. April gesprochen werden.

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