Polizei mit Fahndungserfolg:

Mutmaßlicher Storkow-Entführer geht ins Netz

Brandenburgs Polizei ist sicher: Sie haben den Mann geschnappt, der zwei Berliner Millionärsfamilien überfallen haben soll.

Ein Kameramann filmt im Polizeipräsidium in Potsdam das Kanu, das im Storkower Entführungsfall im Oktober 2012 verwendet wurde.
Bernd Settnik Ein Kameramann filmt im Polizeipräsidium in Potsdam das Kanu, das im Storkower Entführungsfall im Oktober 2012 verwendet wurde.

Der 46-jährige Mann kam am Mittwoch in Untersuchungshaft. Der Verdächtige soll nach Darstellung der Polizei monatelang in Wäldern um Berlin gelebt haben, um Spuren zu verwischen. Am Dienstagabend nahmen Spezialkräfte der Polizei den Mann nach monatelanger Observation in Berlin-Köpenick fest.

Dem 46-Jährigen wird zur Last gelegt, einen Berliner Investmentmanager im Oktober 2012 in Storkow entführt und ein Jahr zuvor zwei brutale Überfälle auf Mutter und Tochter einer Berliner Millionärsfamilie verübt zu haben. Der dringende Tatverdacht gegen den Berliner gründe sich nun auf eine lange Kette von Indizien, sagte der Leiter der Sonderkommission, Siegbert Klapsch in Potsdam. „Die Beweislage ist sehr schwierig.“

Ausschlaggebend sei gewesen, dass der Mann immer wieder dieselbe Waffe – eine Ceska 75 oder 85 oder den chinesischen Nachbau Norinco – benutzt habe. Mit einer solchen Waffe übte er auch vorübergehend als Gast in einem Berliner Schützenverein.

Inzwischen erließ das Amtsgericht Frankfurt (Oder) Haftbefehl gegen den Mann. Der 46-Jährige hat nach Angaben der Ermittler keine persönliche Beziehung zu seinen Opfern. Vermutlich wollte er mit seinen Taten zu Geld kommen.

Im Oktober 2012 befragte ihn die Staatsanwaltschaft als Zeugen, wobei er zum Teil wahrheitswidrige Angaben machte und sich zum Alibi ausschwieg, hieß es. Seit Januar 2013 galt er als verdächtig, seit März dieses Jahres wurde er observiert. Spekulationen, der Mann sei ein früherer Elitesoldat der NVA, dementierten die Ermittler. Mehr auf Brandenburg