Vorerst verschont:

Mutter des erstochenen Babys muss nicht ins Gefängnis

Sie wird als liebevolle Mutter einer Tochter beschrieben – und doch soll eine 21-Jährige aus dem Oderbruch ihren neugeboren Jungen erstochen haben. Am Freitag wurde ihr der Haftbefehl verkündet – trotzdem bleibt sie erst mal frei.

Zwei Ermittler der Kriminalpolizei betreten das Haus, in dem das tote Baby gefunden wurde.
Patrick Pleul Zwei Ermittler der Kriminalpolizei betreten das Haus, in dem das tote Baby gefunden wurde.

Die Mutter des toten Babys, das Polizisten im Keller eines Hauses in Golzow in einer Plastiktüte entdeckt hatten, kommt voerst nicht ins Gefängnis. Zwar sei der 21-Jährigen der Haftbefehl verkündet worden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder). Die Frau sei aktuell aber aus gesundheitlichen Gründen nicht haftfähig. Zu ihrem Aufenthaltsort wollte die Behörde keine Auskunft geben. Die junge Frau soll ihren neugeborenen Jungen mit Stichen in Brust und Herz getötet haben.

Unterdessen sei die Tochter der allein lebenden Frau bei Pflegeeltern untergebracht worden, sagte ein Sprecher des zuständigen Landkreises Märkisch-Oderland. Die Kindesmutter sei vorher nie auffällig geworden. Nach einem Bericht der „Berliner Zeitung“ soll sie sich liebevoll um das Mädchen im Kindergartenalter gekümmert haben.

Ihren neugeborenen Sohn aber soll die 21-Jährige laut Staatsanwaltschaft getötet und in ein Handtuch gewickelt im Keller ihres Wohnhauses versteckt haben. Die Frau hatte die Tat gestanden. Als Motiv soll sie Überforderung angegeben haben. Der Hinweis an die Polizei kam aus dem Umfeld der Frau. In dem Ort wurde die Langzeit-Dokumentation „Die Kinder von Golzow“ gedreht.

Erst einen Tag zuvor war ein neugeborener Junge in Glindow bei Potsdam erstickt in einem Kompostierer gefunden worden. Die 34 Jahre alte Mutter hatte sich der Polizei gestellt und laut Behörden die Tat gestanden. Sie sitzt in Untersuchungshaft. Ihr Motiv sei weiter unbekannt, hieß es.

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) hält zwei Kindstötungen innerhalb einer Woche für Zufall. Es gebe keinen Anstieg der Fallzahlen. Allerdings gehe die Gewerkschaft von einem „nicht unerheblichen Dunkelfeld“ aus, teilte der BDK-Landesvorsitzende Riccardo Nemitz mit.

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