Viel Aufklärungsbedarf:

Nach Busunfall noch acht Schwerverletzte in Kliniken

Einen Tag nach dem sehr schweren Unfall eines Reisebusses südlich von Berlin forschen Experten nach möglichen technischen Ursachen für das Unglück. Was sind die ersten Erkenntnisse?

Warum der Reisebus auf der Autobahn zur Seite gekippt ist, konnte bisher noch nicht geklärt werden
Bernd Settnik Warum der Reisebus auf der Autobahn zur Seite gekippt ist, konnte bisher noch nicht geklärt werden

Nach dem schweren Unfall eines polnischen Reisebusses am Sonntagmorgen auf der Autobahn 10 südlich von Berlin werden noch immer acht Schwerverletzte weiter in Kliniken behandelt. Sie seien auf vier Krankenhäuser in Brandenburg und Berlin verteilt worden, sagte Polizeisprecher Ralf Meier am Montag. Zur Ursache des Unfalls ist bislang noch nichts bekannt. Der verunglückte Bus sei bereits am Sonntagnachmittag geborgen worden und werde nun von Sachverständigen auf mögliche technische Fehler untersucht.

Der Linienbus der polnischen Firma Sindbad war am Sonntagmorgen aus noch ungeklärter Ursache von der Autobahn abgekommen, in die Böschung gerast und dabei umgekippt. Elf Menschen erlitten dabei schwere Verletzungen wie Knochenbrüche und oder auch Kopfverletzungen. Unter den Schwerverletzten in einer Klinik sei auch eine Mutter und ihr Kind, berichtete Susann Fischer vom Potsdamer Innenministerium am Montag. Insgesamt 40 Menschen wurden leicht verletzt.

Der Fahrer des Busses war unverletzt geblieben. Er konnte noch nicht zum Unfallhergang befragt werden, weil er am Montag noch unter Schock stand. Nach Angaben des Innenministeriums war der Bus im belgischen Lüttich gestartet. In Nordrhein-Westfalen seien an Haltepunkten noch Reisende zugestiegen und in Osnabrück habe es einen Fahrerwechsel gegeben. „Die Lenk- und Ruhezeiten wurden also eingehalten“, sagte Fischer.

Verunglückter Bus technisch in Ordnung

Ein Sindbad-Sprecher hatte bereits am Sonntag gesagt, dass das Unglücksfahrzeug der Firma Star Turist aus Olsztyn (Allenstein) gehöre. Diese betreibe im Auftrag von Sindbad die Linienverbindung Deutschland-Polen. Technisch sei der vier Jahre alte Bus völlig in Ordnung gewesen. Die letzte Überprüfung habe im September stattgefunden und sei noch bis März 2015 gültig. „Der Reisebus war mit einer erfahrenen Crew aus zwei Fahrern besetzt“, hatte der Sindbad-Sprecher erklärt.

Dagegen hatte ein Fahrgast dem polnischen Fernsehsender TVN 24 berichtet, der Fahrer habe kurz vor dem Unfall einen ermüdeten Eindruck gemacht.

Drei Schwerverletzte, die am Sonntag ebenso wie acht weitere Personen durch den Unfall schwer verletzt worden waren, hatten noch am Sonntag gemeinsam mit den übrigen 55 Fahrgästen und drei Mann der Besatzung die Heimreise antreten können. Zur Herkunft und dem Alter der Reisenden machte die Polizei keine Angaben. Eine Sprecherin von Sindbad erklärte, Mitarbeiter der Firma seien zum Unglücksort bei Wildau (Dahme-Spreewald) gereist und kümmerten sich um die Verletzten.

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