Tierhaltung im Mittelpunkt:

Naturschützer kritisieren Landwirtschaftsausstellung

Die Brala ist für Farmer die wichtigste Veranstaltung des Jahres. Allerdings spielt dort ein Thema fast keine Rolle, was vielen Menschen am Herzen liegt.

Gegner der Massentierhaltung vermissen eine Diskussion darüber, wie Nutztiere leben.
Stefan Sauer Gegner der Massentierhaltung vermissen eine Diskussion darüber, wie Nutztiere leben.

Die Wahl der Brandenburger Milchkönigin, ein Wettbewerb im Bau von Schäferzäunen und eine Ausstellung von Landmaschinen stehen auf dem Programm, wenn sich die Landwirte in der kommenden Woche auf der „Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung“ (Brala) in Paaren im Glien treffen. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) wird den Auftakt zur großen Tierschau geben. „Tierzucht steht ja bei uns traditionell im Mittelpunkt“, sagte Brala-Geschäftsführer Gerd Lehmann, als er in Potsdam zusammen mit Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) das Programm vorstellte.

Traditionell findet auf der Brala auch die „Landesbauernversammlung“ des Landesbauernverbands statt, ein „agrarpolitischer Höhepunkt“, an dem nach Angaben von Bauernverbands-Geschäftsführer Heiko Terno neben Woidke auch der Vorsitzende des Bauernverbands, der landwirtschaftspolitische Sprecher der SPD, Udo Folgart, teilnehmen wird.

"Schweinemobil" wird gezeigt

Ein anderes Thema kommt dagegen auf der Brala kaum vor: das angekündigte Volksbegehren zur Massentierhaltung. „Wir werden zeigen, dass wir sehr hohe Standards in der Tierhaltung haben“, so Terno. So werde auf der Ausstellung auch das sogenannte „Schweinemobil“ zu sehen sein, ein umgebauter Autoanhänger, in dem sich nun eine typische „Schweinebuchte“ befindet. Doch eine Diskussion über das Volksbegehren wird es nicht geben. „Das ist typisch für die Brandenburger Landwirtschaftspolitik“, sagte der Sprecher des Volksbegehrens und Geschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Axel Kruschat. „Das liegt daran, dass Udo Folgart als Vorsitzender des Bauernverbands auch die Landwirtschaftspolitik der SPD macht.“ Dies sei „Klientelpolitik“ für Massentierhaltung.

Ähnlich formuliert es der Geschäftsführer der Fördergemeinschaft ökologischer Landbau (FÖL), Michael Wimmer. „Es ist schade, dass man nicht versucht, die Diskussion um das Volksbegehren zu führen.“ Gegenüber dem Uckermark Kurier bedauerte er, dass sich insbesondere die SPD zu sehr „hinter der Wagenburg-Mentalität des Bauernverbands“ verschanze.

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