Nach Gerichtsurteil:

Naturschützer sind bereit, Streit um Biber beizulegen

Im Oderbruch sorgen die geschützten Tiere für Ärger bei vielen Menschen. Nun hoffen sie auf eine Einigung mit dem Naturschutzbund.

In Brandenburg gibt es schätzungsweise 3000 Biber.
Patrick Pleul In Brandenburg gibt es schätzungsweise 3000 Biber.

Naturschützer und Politiker wollen ihren Streit um den Biber beilegen. Ziel sei es, das Vorgehen gegen die geschützten Tiere mit anerkannten Naturschutzverbänden abzustimmen, sagte der stellvertretende Landrat des Kreises Märkisch-Oderland, Rainer Schinkel. „Wir wollen zu klaren Vereinbarungen kommen.“ Zuvor hatte der Naturschutzbund Brandenburg (NABU) erneut seine Bereitschaft zum Dialog signalisiert. „Für uns steht es außer Frage, dass wirkliche Sicherheitsbelange durch die Aktivitäten des Bibers nicht gefährdet werden dürfen“, sagte der NABU-Landesvorsitzende Friedhelm Schmitz-Jersch. Bei wirklicher Gefahr sei eine Beseitigung der Tiere durch Ausnahmegenehmigungen möglich.

Die Naturschutzbund hatte erfolgreich gegen den Landkreis geklagt. Dieser hatte an mehr als 1000 Gewässerabschnitten das Töten und Fangen der Tiere erlaubt. Dies hatte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVE) im Februar im Eilverfahren untersagt.

Sieben-Punkte-Plan des Umweltministers

Parallel dazu hat Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) einen Sieben-Punkte-Plan vorgelegt, für den sich auch der Umweltausschuss des Landtages ausgesprochen hat. Auf dessen Basis wollen Landkreis und Naturschützer zueinander kommen. „Gerichte könne unsere Arbeit nicht machen“, so Schinkel.

Sein Landkreis habe sich an der Erstellung des Plans beteiligt und sei bereit, sich weiter einzubringen beispielsweise später bei der Betreuung ehrenamtlicher Mitarbeiter. Künftig sollen zwei Biber-Manager vermitteln, bis 2020 will das Land rund 700 000 Euro für Präventionsmaßnahmen ausgeben.

Landesweit gibt es Schätzungen zufolge rund 3000 Biber. Die Tiere stauen Gewässer an, die so wiederum Keller und Felder überfluten. Zudem gefährden sie durch das Graben von Gängen die Stabilität von Deichen bei Hochwasser.

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