Sonderregelung für die Nacht:

Neue Maßnahmen gegen Fluglärm

Um Anwohner zu schützen, sollen Piloten lange auf einer Route fliegen. Endgültig beschlossen ist die Regelung aber noch nicht.

Bei den Empfehlungen geht es nur um Starts und Landungen spät abends und früh morgens.
Patrick Pleul Bei den Empfehlungen geht es nur um Starts und Landungen spät abends und früh morgens.

Die Fluglärmkommission für den neuen Hauptstadtflughafen will mit einer Sonderregelung nächtliche Flüge über den Berliner Südwesten und Umlandgemeinden vermeiden. Sie beschloss am Montag erstmals die Forderung, dass Piloten erst auf 10 000 Fuß Höhe (rund 3000 Meter) die festgelegte Flugroute verlassen dürfen, wie der Vorsitzende Gerhard Steintjes mitteilte.

Diese Verdoppelung der üblichen Höhe beträfe nur die Route, auf der die Maschinen am späten Abend und am frühen Morgen von der Nordbahn an Blankenfelde-Mahlow vorbei dicht am Berliner Stadtrand entlang fliegen. Sie ist nach einem Gerichtsurteil neu zu regeln.

Flugkapitäne sollen nicht zu früh kürzesten Weg wählen

Üblich ist, dass der Pilot bei 5000 Fuß die Route verlassen und den kürzesten Weg wählen kann, wenn der Lotse im Tower einverstanden ist. Die Kommission empfahl für nächtliche Starts von der Nordbahn in Richtung Westen einen Kurs zwischen Blankenfelde-Mahlow und Berlin-Lichtenrade hindurch, weiter zwischen Großbeeren und Teltow und dann nach Südwesten auf den Berliner Ring. 10 000 Fuß würden die meisten Flugzeuge erst an der Autobahn erreichen. „Das ist unbedingt notwendig, damit man Zehlendorf, Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf von den direkten Überflügen verschont“, sagte Steintjes. 40 bis 50 Flüge würden zwischen 22 Uhr und Mitternacht sowie zwischen 5 und 6 Uhr erwartet.

Die Entscheidung liegt nun bei der Deutschen Flugsicherung, die die Routen erarbeitet und dann beim Bundesamt für Flugsicherung, das sie festlegt. Die Fluglärmkommission aus Bürgermeistern, Behörden- und Luftfahrtvertretern gibt nur Empfehlungen.