Millioneninvestition:

Neuer großer Verladebahnhof in Pinnow

Zehn Jahre nach dem Ende der DDR geriet ein Rüstungsstandort in der Nähe von Schwedt in die Krise. Doch die Gemeinde handelte und kann nach Erfolgen nun weiter investieren.

Die neuen Anlagen eigenen sich zum Transport großer Güter.
Matthias Bruck Die neuen Anlagen eigenen sich zum Transport großer Güter.

Mit der Eröffnung eines neuen Verladebahnhofes hat das Gewerbegebiet Pinnow am Freitag eine weitere, 3,5 Millionen teure Investition erfolgreich abgeschlossen. „Das bisherige Verladegleis hatte im vergangenen Jahr seine Kapzitätsgrenze von einem Jahresumschlag von
300 000 Tonnen erreicht, für die weitere Entwicklung des Gewerbegietes war eine Erweiterung und der Ausbau des Anschlussgleises zu einem modernen Verladebahnhof unverzichtbar“, begründete der Pinnower Amtsdirektor Detlef Krause die Investition. Der Bahnlogistiker Locon, der ebenfalls im Gewerbegebiet Pinnow ansässig ist, wird hier künftig Güter für die Schwedter Papierfabriken sowie die in Pinnow ansässigen Unternehmen umschlagen. „Zu den Gütern, die hier über die Verladekante gehen, gehören Holz, Papier, Getreide, Zement und Zuschlagstoffe für den Straßenbau“, berichtete Locon-Vorstand Günther Schulz.

Locon gilt seit Langem als erfolgreiches Beispiel einer Unternehmensneugründung. Gestartet war die Firma vor zehn Jahren mit 12 Mitarbeitern. „Mittlerweile beschäftigen wir 150 Leute, verfügen über einen Fuhrpark von 38 Lokomotiven und sind deutschlandweit mit unseren Güterzügen auf den Schienen unterwegs“, erklärte Schulz.

Erfolgreicher Strukturwandel

Keine 20 Kilometer von der Industriestadt Schwedt entfernt ist es der kleinen Gemeinde Pinnow in den vergangenen zehn Jahren gelungen, den ehemaligen Rüstungsindustriestandort in ein modernes, leistungsfähiges Gewerbegebiet umzuwandeln, konstatierte der Amtsdirektor.

Zu DDR-Zeiten befand sich hier das Raketeninstandsetzungswerk der Nationalen Volksarmee (NVA). Nach der Wende entsorgte der schwäbische Rüstungs-Mittelständler Buck in Pinnow die komplette Raketenmunition. Das Unternehmen musste dann Ende der 1990er Jahre Konkurs anmelden. Einige Jahre später begann schließlich die Entwicklung eines modernen Gewerbegebietes, in dem heute fast 30 Unternehmen rund 600 Menschen einen Arbeitsplatz bieten.

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