Borreliose-Fälle in Brandenburg:

Nirgendwo beißen Zecken häufiger

Die Insekten übertragen gefährliche Krankheiten. Dennoch halten Mediziner aufwendige Labortests oft für unnötig. Warum?

Der Frühling beginnt und mit ihm werden Zecken aktiv.
Patrick Pleul Der Frühling beginnt und mit ihm werden Zecken aktiv.

Bei Verdacht auf Borreliose nach Zeckenstichen setzen Ärzte nach Ansicht der deutschen Borreliosegesellschaft zu oft unbegründet auf kostspielige Laboruntersuchungen. Beim Großteil der Verdachtsfälle sei ein roter Ring auf der Haut als wichtigstes Anzeichen so offensichtlich, dass eine Labordiagnostik überflüssig sei, sagte der Frankfurter Mediziner Klaus-Peter Hunfeld am Freitag bei einer Tagung der Gesellschaft in Erfurt.

Borreliose ist hierzulande die häufigste von Zecken übertragene Krankheit. Allein für Ostdeutschland wurden laut Berliner Robert Koch-Institut (RKI) im vergangenen Jahr rund 5000  Fälle erfasst, die meisten in Brandenburg. 2015 sind im Osten bislang rund 283 Erkrankungen gemeldet worden. In Brandenburg waren es bis Ende Februar 48  Fälle. Vergangenes Jahr war die Mark bundesweit Spitzenreiter bei den Borreliosemeldungen mit insgesamt 1507.

Keine vorbeugende Impfung möglich

Bei Borreliose gelangen Bakterien (Borrelien) durch den Stich einer infizierten Zecke ins Blut. Neben der sogenannten Wanderröte, einem roten Ring oder Fleck um die Einstichstelle, sind Muskel- und Gelenkschmerzen häufige Symptome. Behandelt wird mit Antibiotika.

Im Gegensatz zur Viruserkrankung Frühsommer-Enzephalitis (FSME) gibt es gegen Borreliose keine vorbeugende Impfung. Infizierte, die nicht oder nicht ausreichend behandelt wurden, können schwere und chronische Symptome entwickeln.

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