Verfallsdatum überschritten:

Notfall-Mittel gegen Grippe abgelaufen

Die Grippezeit steht bevor. Brandenburger lassen sich jetzt wieder impfen. Bricht aber eine Pandemie aus, sollen Medikamente schützen. Doch tun sie das auch noch, wenn ihr Haltbarkeitsdatum, wie in Brandenburg, vor fast drei Jahren überschritten wurde?

Notfallmittel gegen Grippe: eine Packung des Medikaments Tamiflu.
Peter Kneffel Notfallmittel gegen Grippe: eine Packung des Medikaments Tamiflu.

Rund 119 000 Therapie-Einheiten zur Behandlung von Brandenburger Grippe-Patienten im Epidemiefall sind zwar abgelaufen, aber immer noch wirksam. Das Verfalldatum liege bei Ende 2010, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums auf Anfrage. Regelmäßige Analysen hätte jedoch die unverminderte pharmazeutische Qualität bestätigt. Es werde von einer Mindesthaltbarkeit von zehn Jahren ausgegangen, wird betont.

In der vergangenen Saison wurden nach Angaben des Ministeriums mehr als 3500 Grippe-Fälle in Brandenburg registriert. Etwa 210 000 Menschen hatten sich schützen lassen.

In Reserve sind laut Ministerium für die Behandlung im Notfall auch Tamiflu-Kapseln mit dem Wirkstoff Oseltamivir vorhanden. Sie wurden für rund 337 400 Patienten im Falle einer großflächigen Ausbreitung der Grippe beschafft. Bei diesen Medikamenten sei ebenfalls das Verfallsdatum überschritten.

Auch andere Bundesländer haben sich mit dem Kauf von Arzneimitteln für 20 Prozent der Bevölkerung für den Notfall vorbereitet.

 

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