Einweihung am Mittwoch:

Nun fließt Fernwärme grenzenlos über die Oder

Frankfurt (Oder) und das polnische Slubice kooperieren seit Jahren in vielen Bereichen. Schritt für Schritt schöpfen sie immer mehr Möglichkeiten aus.

Vor nicht einmal einem Jahr begannen die Bauarbeiten für das Projekt.
Patrick Pleul Vor nicht einmal einem Jahr begannen die Bauarbeiten für das Projekt.

Die Schwesterstädte Frankfurt (Oder) und Slubice diesseits und jenseits der Oder wagen einen weiteren Brückenschlag. Sie schließen ihre beiden Fernwärmenetze zusammen – grenzüberschreitend. Dazu findet am Mittwoch ein Festakt in Frankfurt (Oder) statt. Beide Kommunen wollen jährlich jeweils 16 000 Megawattstunden Fernwärme austauschen und sprechen von einem Pilotprojekt an der deutsch-polnischen Grenze.

Dafür wurde in den vergangenen Monaten eine Rohrleitung durch die Oderbrücke gezogen. An beiden Ufern entstanden Anschlüsse, die jeweils zu den Heizwerken führen.

Frankfurt liefert im Winter, Slubice im Sommer

Die Stadtwerke Frankfurt (Oder) GmbH produzieren nach eigenen Angaben jährlich 241 Gigawattstunden Fernwärme, ein Nebenprodukt der Stromerzeugung. Damit beliefern sie knapp 20 000 Haushalte und gewerbliche Abnehmer. Jetzt erhalten die Frankfurter im Sommer Fernwärme aus Polen, um warmes Wasser zu produzieren. Damit ist das Frankfurter Heizkraftwerk im Sommer stillgelegt, wie es hieß. Im Winter schicken die Stadtwerke im Gegenzug Fernwärme ans östliche Oderufer nach Polen.

Frankfurts Oberbürgermeister Martin Wilke (parteilos) sagte, das Projekt sei ein Beweis, dass die Zusammenarbeit an Substanz gewinne. „Wir gehen Projekte an, die wir uns vor Jahren noch nicht zugetraut hätten.“ Dies zeige, wie weit die grenzüberschreitende Zusammenarbeit gediehen sei. „Zwei Stadthälften verbinden ihre Infrastruktur, das ist kostensparend.“

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung