Ökologische Mini-Kraftwerke:

Orte wollen eigenen Strom erzeugen

Auf dem Weg zur Energiewende spielt die Gebäudesanierung eine wichtige Rolle. Der Weg zu klimaneutralen Häusern ist aber noch weit. Prenzlau ist Teil eines Pilotprojekts.

Versorgen sich Gemeinden in Brandenburg bald unabhängig von großen Konzernen mit Strom?             
Patrick Pleul Versorgen sich Gemeinden in Brandenburg bald unabhängig von großen Konzernen mit Strom?  

Brandenburg sieht sich gerne als Vorreiter bei der Energiewende: Bei der Gebäudesanierung bremsen aber noch etliche Hindernisse. „Wir stehen am Anfang eines langen Weges“, sagte der Referatsleiter Energie im Bauministerium, Frank Segebade. So verzichten Immobilienbesitzer wegen fehlender steuerlicher Anreize häufig darauf, Häuser energetisch zu modernisieren. Und wo saniert wird, können Mieter wegen steigender Kosten in finanzielle Bedrängnis geraten. Experten warnen vor einer „sozialpolitischen Zeitbombe“.

Bei der Wärmedämmung steht Brandenburg gut da: 85 Prozent der Wohnungen seien mit moderner Wärmedämmung ausgestattet, sagte der Sprecher des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU), David Eberhardt. Zum Vergleich: Der Bundesdurchschnitt bei der Wärmedämmung liegt laut BBU bei 40 Prozent.

Doch Wärmedämmung allein macht ein Haus nicht umweltfreundlich, wenn die Energieträger weiter fossile Brennstoffe wie Braunkohle sind. Ministeriumsexperte Segebade nannte als Beispiel die „CO2-Schleuder Lausitz“. Die Landesregierung hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Bis 2050 sollen die Häuser und Wohnungen nahezu klimaneutral sein, Strom und Wärme müssen dann also weitgehend aus regenerativen Energien erzeugt werden.

Wie das funktionieren könnte, wird derzeit in 14 Pilotkommunen – darunter Potsdam, Wittstock, Prenzlau und Guben – erprobt. Sie erarbeiten energetische Sanierungskonzepte für ganze Wohnquartiere. Erste Ergebnisse lägen bereits vor, sagte Segebade. Der Potsdamer Stadtteil Gartenstadt-Drewitz etwa will mittelfristig Wärme und Strom mit ökologischen Mini-Kraftwerken selbst produzieren. Aber auch der Verkehr im ehemaligen Plattenbauten-Gebiet könnte langfristig klimaneutral werden: etwa mit Elektroautos und Elektrofahrrädern, mit denen sich die Bewohner in der Nachbarschaft bewegen können.

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