Herbst zu trocken:

Pilze machen sich rar in Brandenburg

Für sonnenhungrige Brandenburger war das Wetter im Spätsommer ideal - nicht so für die Pilzsammler. Nach den vergangenen regnerischen Tagen gibt es regional leise Hoffnungen.

Diese Stillleben ist für Pilzsammler im Nordosten in diesem Jahr ein seltener Anblick.
Felix Kästle Diese Stillleben ist für Pilzsammler im Nordosten in diesem Jahr ein seltener Anblick.

Zu viel Sonne, zu warm, zu trocken - in Brandenburg wird die Pilzsaison in diesem Jahr wohl ausfallen. „Man kann kilometerweit durch den Wald laufen und findet nichts“, sagt Pilzexperte Wolfgang Bivour. Von Kindesbeinen an sammle er Pilze, doch eine Saison wie diese habe er noch nie erlebt, betont der Chef des Brandenburger Landesverbands der Pilzsachverständigen.

Nach dem Regen in den vergangenen Tagen gebe es aber ganz vorsichtige Hoffungen, sagt Bivour. „Die Frage ist aber, hat die lange Trockenheit nicht schon zuviele Schäden am Bestand angerichtet“, sagt er am Montag auf Anfrage. Auf jeden Fall könne nicht sofort landesweit mit vollen Pilzkörben gerechnet werden.

Wetterexperten machen wenig Hoffnung

Auch aus Sicht der Pilzexpertin Dörte Wernick verläuft die diesjährige Saison enttäuschend. Am vergangenen Mittwoch habe sie die für Oktober geplanten Pilzwanderungen in der Lieberoser Heide (Dahme-Spree), im Wald bei Fürstenwalde und in Sauen bei Rietz-Neuendorf (beide Oder-Spree) abgesagt. „Die Leute sind doch enttäuscht, wenn sie nach Stunden nichts finden“, sagt sie.

Derzeit benötigten die Böden nicht mehr viel Regen, um Pilze hervorzubringen. „Da die Nächte kühl sind und sich morgens Tau bildet, reicht schon ein Niederschlag von zehn Millimetern“, sagt Bivour und fügt hinzu: „Pilze bieten immer mal wieder Überraschungen.“ So habe er schon an Weihnachten Pilze entdeckt, etwa Stockschwämmchen.

Auch die Wetterexperten können den Pilzsammlern wenig Hoffnung machen. Nach den geringen Niederschlägen in den vergangenen Tagen komme es in dieser Woche wieder zu einen Hochdruckeinfluss, sagte Stefan Hahn, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Potsdam, am Freitag. 

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