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Pilzsammler können auf volle Körbe hoffen

Die Brandenburger Wälder bieten allerhand leckere Arten. Doch wer sich nicht genau auskennt, sollte sich vor dem Essen fachkundigen Rat holen.

Maronen haben Pilzsammler aus einem Brandenburger Wald geholt. „Jetzt lohnt es sich, auf die Suche zu gehen“, sagt Pilzexperte Wolfgang Bivour.
Patrick Pleul Maronen haben Pilzsammler aus einem Brandenburger Wald geholt. „Jetzt lohnt es sich, auf die Suche zu gehen“, sagt Pilzexperte Wolfgang Bivour.

In Brandenburgs Wäldern hat die Hauptsaison für Pilzsammler begonnen. Der Regen der vergangenen Tage habe nach langer Trockenheit das Pilzwachstum gefördert, sagte Wolfgang Bivour, Vorsitzender des Brandenburgischen Landesverbandes der Pilzsachverständigen. „Jetzt lohnt es sich, mit dem Korb auf Suche zu gehen.“

So sei in Nadelwäldern jetzt häufig die Krause Glucke zu finden, auch Fette Henne genannt. „Von diesem Pilz, der wie ein Schwamm aussieht und mehrere Kilogramm auf die Waage bringt, kann eine vierköpfige Familie satt werden“, meinte Bivour. Sie wachsen meist an alten Kiefernstümpfen und ernähren sich vom Holz.

Die günstige Witterung lasse auch Pfifferlinge und Maronen unter Bäumen sprießen, berichtete Bivour. „Das ist aber noch nicht der große Wurf.“ An manchen Orten wachse bereits jetzt der Hallimasch, der sonst erst im Oktober zu finden sei. „Auf Wiesen kann man viele Arten von Champignons finden.“ Ende September sei zudem verstärkt mit Steinpilzen zu rechnen.

„Die Pilze wachsen besonders gut, wenn es genug Feuchtigkeit im Boden gibt und eine herbstliche Wetterlage mit wenig Wind, viel Tau, Nebel und frostfreien Nächten.“ Die Hauptsaison dauere bis Ende Oktober, dann werde es zu kalt für die meisten Pilzarten. „Doch Maronen findet man auch noch im November.“

Bivour warnte davor, bei Unsicherheit selbst gesammelte Pilze zu verzehren. „Der essbare Perlpilz kann zum Beispiel leicht mit dem giftigen Pantherpilz verwechselt werden“, bemerkte er. „Der grün gefärbte Täubling gehört in die Pfanne, aber der Grüne Knollenblätterpilz kann ohne schnelle ärztliche Hilfe tödlich sein.“ Vorsicht sei auch beim Pilzkauf auf Märkten und von Händlern an Straßenrändern geboten.

Im Zweifelsfall sollte man sich bei einem der 29 märkischen Pilzsachverständigen Rat holen, empfahl Bivour. „Niemand kennt alle 4000 Pilzarten in Mitteleuropa“ Allerdings gebe es zu wenige Pilzfachleute in den Kreisen Uckermark, Prignitz und Elbe-Elster. „Wir haben große Nachwuchssorgen.“