Hilfe für Familien in Not:

Platzecks Rückkehr in die Öffentlichkeit

Der uckermärkische Abgeordnete Matthias Platzeck hielt sich zuletzt im Hintergrund. Nun ist Brandenburgs ehemaliger Chef zurück – und wandelt auf Regine Hildebrandts Spuren.

Matthias Platzeck (SPD), brandenburgischer Ministerpräsident a.D., mit Ute Tenkhof, der Stiftungsratsvorsitzenden „Hilfe für Familien in Not“, auf der Pressekonferenz im Landtag in Potsdam.
Patrick Pleul Matthias Platzeck (SPD), brandenburgischer Ministerpräsident a.D., mit Ute Tenkhof, der Stiftungsratsvorsitzenden „Hilfe für Familien in Not“, auf der Pressekonferenz im Landtag in Potsdam.

100 Tage nach seinem Rücktritt als Ministerpräsident gab der SPD-Politiker in Potsdam wieder eine Pressekonferenz. Doch es ging nicht um tagespolitische Angelegenheiten seines uckermärkischen Wahlkreises: Als Graue Eminenz der märkischen Politik hat der Landtagsabgeordnete vielmehr die Schirmherrschaft über die Brandenburger Landesstiftung „Hilfe für Familien in Not“ übernommen – und tritt damit in die Fußstapfen der unvergessenen Sozialministerin Regine Hildebrandt, die 1992 die Stiftung gegründet hatte. „Kinder, vergesst niemals, der Sinn des Lebens ist im Miteinander“, zitierte Platzeck die früh an Krebs verstorbene Politikerin.

Seit ihrer Gründung hat die Stiftung rund 2,8 Millionen Euro an 3500 bedürftige Familien ausgeschüttet, um etwa Obdachlosigkeit zu vermeiden oder Möbel, Kleider oder Haushaltsgeräte anzuschaffen. „Wenn Familien nach Trennungen oder Unfällen in eine scheinbar ausweglose Situation geraten, kann so eine Stiftung sehr segensreich sein“, sagte Platzeck. Auf die Frage, wie denn der uckermärkische Abgeordnete die Stiftung künftig unterstützen wolle, verwies er auf einen von seiner Fraktion geplanten Empfang zu seinem 60. Geburtstag. Statt Geschenken wolle er dort um Spenden bitten.

Durchschnittlich wird jede Familie, die sich an die Stiftung wendet, mit 500 Euro unterstützt. Derzeit würden vor allem Menschen aus der Potsdamer Umgebung profitieren. In entfernteren Regionen wie der Uckermark sei ihre Existenz kaum bekannt, bedauerte Platzeck. Nun sollen Botschafter, darunter die Potsdamer Fußball-Nationalspielerin Tabea Kemme, dabei helfen, den Bekanntheitsgrad der Stiftung zu verbessern.

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