Tascha und das Kind im Koma:

Politiker setzen sich für Kampfhündin ein

Das Schicksal des schwerkranken Dylan und seiner Kampfhündin Tascha bewegt viele Menschen. Jetzt gibt es auch erste Reaktionen aus der Landespolitik.

Hundedame Tascha ist die beste Freundin eines Kindes, das im Koma liegt.
Nestor Bachmann Hundedame Tascha ist die beste Freundin eines Kindes, das im Koma liegt.

Der Fall der Kampfhündin Tascha hat die landespolitische Ebene erreicht. Während der Linken-Abgeordnete Jürgen Maresch den brandenburgischen Landesvater in der Pflicht sieht, will die CDU-Landtagsfraktion die märkische Hundeverordnung kippen. Der Linken-Politiker hat Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) aufgefordert, sich einzuschalten. Das American-Staffordshire-Weibchen ist die beste Freundin des schwerkranken zehnjährigen Dylan aus Schönwalde-Glien (Havelland). Weil Taschas Rasse laut Hundeverordnung als gefährlich gilt und es zu einem Vorfall mit einem anderen Hund kam, soll sie Dylan weggenommen werden. Auf den Jungen im Wachkoma wirkt Tascha, die als Welpe in die Familie kam, beruhigend: Kreislauf und Atmung werden nach Angaben von Vater Eckhard Gerzmehle stabiler – teilweise kann sogar auf künstliche Beatmung verzichtet werden.

„Ich bitte den Ministerpräsidenten, sich persönlich hier einzuschalten und eine Ausnahmegenehmigung unverzüglich zu erteilen“, forderte Maresch. Die Christdemokraten sind gegen eine Sonderregelung. Sie verlangen eine generelle Diskussion über die märkische Hundehalterverordnung. „Die Rasse per se als Merkmal für die Gefährlichkeit eines Tieres heranzuziehen, ist problematisch“, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Henryk Wichmann. Zudem sei nicht einzusehen, warum ein Hund wie Tascha in Berlin erlaubt sei und in Brandenburg in ein Tierheim wandern soll.

Dieser Auffassung ist auch Hundeexpertin Christine Prochnow von der Staffordshire Hilfe. „Es wird nur über den Einzelfall diskutiert, dabei steht dieser für eine absurde Gesetzesregelung“, sagte sie. Wichmann forderte, dass die Verordnung dringend verändert werden müsse. „Tascha ist für den Jungen fast wie Medizin“, betonte der CDU-Politiker.

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