Protest gegen Tagebau:

Polizei beendet Blockade an Kraftwerk

Eine der spektakulärsten Proteste gegen die Lausitzer Braunkohle hielt die Beamten die ganze Nacht auf Trab.

Arbeiter durchtrennen Gleise an denen sich Umweltaktivisten angekettet haben.
Patrick Pleul Arbeiter durchtrennen Gleise an denen sich Umweltaktivisten angekettet haben.

Die Polizei hat am Dienstag eine stundenlange Gleisblockade von Umweltschützern vor dem südbrandenburgischen Braunkohlekraftwerk Schwarze Pumpe beendet. Spezialisten der Bundespolizei holten sieben an Betonblöcken angekettete Greenpeace-Aktivisten aus Deutschland und Schweden bei einem langwierigen Einsatz mitten in der Nacht unverletzt von den Gleisen. Kurz nach 2 Uhr hätten zwei andere Protestler das Gleis freiwillig verlassen, sagte eine Polizeisprecherin.

Der erste Kohlezug rollte dann Dienstagfrüh um4.15 Uhr vom Tagebau über den reparierten Gleisabschnitt zum Kraftwerk, wie ein Sprecher des Energiekonzerns Vattenfall in Cottbus sagte. Das 1600-Megawatt-Kraftwerk Schwarze Pumpe (Spree-Neiße) benötige bei voller Last täglich 36 000 Tonnen Rohkohle. Vattenfall habe gegen die Blockierer Anzeige wegen Hausfriedensbruchs, gefährlichen Eingriffs in den Bahnbetrieb und Nötigung erstattet. Mit der am Montagfrüh gestarteten Aktion protestierte die Umweltschutzorganisation Greenpeace gegen die geplante Erweiterung des Tagebaus Welzow-Süd. Greenpeace wertete die Aktion nach Angaben eines Sprechers als Erfolg.

Am Dienstag lief die Frist für das zweite Beteiligungsverfahren zum Braunkohlenplan des Tagebaus Welzow-Süd II ab. Dazu übergaben Umweltschützer der Behörde in Cottbus mehr als 112 000 Einwendungen von betroffenen Kommunen, Verbänden und Vereinen (Uckermark Kurier berichtete).

In der Lausitz wird etwa ein Drittel der deutschen Braunkohle gefördert. Der Großteil kommt aus dem rheinischen Revier und der Rest aus Mitteldeutschland.

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