Todesschüsse am Kotti:

Polizei sucht 22-Jährigen

Am Wochenende wurde ein Mann in Kreuzberg getötet. Der Täter stammt wohl aus der Dealer- und Kriminellenszene.

Ein 32-Jähriger ist am Samstag gegen 22 Uhr in der Nähe des Kottbusser Tors im Berliner Stadtteil Kreuzberg erschossen worden.
Gregor Fischer Ein 32-Jähriger ist am Samstag gegen 22 Uhr in der Nähe des Kottbusser Tors im Berliner Stadtteil Kreuzberg erschossen worden.

Nach den tödlichen Schüssen am Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg fahndet die Kriminalpolizei nach einem 22-jährigen Verdächtigen. Der mutmaßliche Schütze ist der Polizei schon als Mehrfachtäter bekannt. Er steht unter dem Verdacht, einen 32-jährigen Mann am Samstagabend mit mehreren Schüssen getötet zu haben, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, sagte. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Tat etwas mit dem Rockermilieu zu tun habe, betonte Steltner. Zwei Mitglieder der Rockerbande Hells Angels Türkiye Nomads wurden in der Nähe des Tatorts gesehen, auch ihre Motorräder standen dort. Steltner sagte, einer der beiden sei – ebenso wie das spätere Opfer – an einem Streit an der Adalbertstraße am Kottbusser Tor beteiligt gewesen.

Zu diesem zunächst harmlosen Streit sei auch der Täter gestoßen. Die Situation sei dann eskaliert, es sei lauter und aggressiver geworden. Schließlich habe der Täter mehrmals geschossen. Die beiden Hells Angels seien später von der Polizei nur als Zeugen befragt worden.

Worum sich Auseinandersetzung drehte, ist nicht ganz klar. Am Kottbusser Tor werden Drogen verkauft, es gibt Kleinkriminalität, Überfälle und Auseinandersetzungen um Reviere und Geld. Von 2014 auf 2015 hatten sich die Anzeigen wegen Diebstahls mehr als verdoppelt, auch Raub und Körperverletzungen hatten stark zugenommen. Im ersten Halbjahr 2016 stieg die Zahl der angezeigten Straftaten weiter. Rockerbanden wie die Hells Angels und arabischstämmige Clans mischen dort mit. Es sind inzwischen sichtbar mehr Polizisten unterwegs.

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