Gras, Koks und Geld:

Polizeidirektion feiert ihren größten Drogenfund

Ein Jahr wurden sie ständig von der Polizei beobachtet. Jetzt klickten bei Drogen-Dealern aus dem Havelland die Handschellen, als sie ein Geschäft einfädelten. Doch was bringt der Schlag gegen den Ring langfristig?

Seht her, Cannabis! Der Beutel wurde von der Polizei als Teil eines Fahndungserfolgs präsentiert.
Ralf Hirschberger Seht her, Cannabis! Der Beutel wurde von der Polizei als Teil eines Fahndungserfolgs präsentiert.

Im havelländischen Falkensee haben die Ermittler einen mutmaßlichen Dealer-Ring ausgehoben und kiloweise Drogen beschlagnahmt. Es ist der bisher größte Fund in der zweijährigen Geschichte der Polizeidirektion West. Gegen einen 27-Jährigen Falkensee und einen 34-Jährigen aus Berlin habe das Amtsgericht Potsdam Haftbefehl erlassen, teilte Direktionschef Peter Meyritz mit. Beide Haupttäter sitzen seit Ende letzter Woche in Untersuchungshaft.

Über 40 Ermittler waren den professionell organisierten Händlern bereits seit einem Jahr auf der Spur. In der vergangenen Woche konnte eine Drogenübergabe von einem Kilo Marihuana dokumentiert werden – und die Fahnder schlugen zu.

In einer Bunkerwohnung im Berliner Stadtbezirk Spandau wurden daraufhin mehr als elf Kilo Gras, ein Kilo Amphetamine sowie 200 Gramm Kokain und 76 000 Euro Bargeld beschlagnahmt. Der Verkaufswert beläuft sich den Angaben zufolge auf mehr als 180 000 Euro.

Auch gegen zwei weitere 30 Jahre alte Männer wird ermittelt. Der lange Ermittlungszeitraum erkläre sich mit der akribischen Arbeit, hieß es. Alle Eventualitäten mussten schließlich beweissicher belegt werden.

Suche nach der richtigen Wohnung

„Wenn wir die Wohnung des 27-Jährigen in Falkensee durchsucht hätten, hätten wir nicht ein Gramm gefunden“, sagte Kripo-Chefermittler Holger Kutzschebauch. Erst habe die Bunkerwohnung in Berlin-Spandau gefunden werden müssen.

Dort seien die Drogen auf engsten Raum in einem Kühlschrank, Tresor und wegen des starken Cannabis-Geruchs auf dem Balkon gelagert gewesen. Zudem seien unzählige schwarze Tragetaschen und 35 Mobiltelefone gefunden worden, erklärte Kutzschbauch. Der Zugriff sei ein harter Schlag gegen eine florierende Drogenszene im Havelland, sagte Meyritz.

Wegen der Nähe zu Berlin würden allerdings voraussichtlich andere demnächst versuchen, den Markt des mutmaßlichen Drogendealerrings zu übernehmen.