"Brandenburg zeigt Herz":

Portal erzählt Flucht-Geschichten

Rund 36 000 Menschen nimmt Brandenburg dieses Jahr auf. Eine neue Initiative will ehrenamtliche Helfer gewinnen – und gleichzeitig das Schicksal der Neuankömmlinge näher bringen.

Die neue Initiative sucht Brandenburger, die Asylbewerbern helfen wollen, zum Beispiel mit Deutsch-Kursen.
Patrick Pleul Die neue Initiative sucht Brandenburger, die Asylbewerbern helfen wollen, zum Beispiel mit Deutsch-Kursen.

Mit der Initiative "Brandenburg zeigt Herz" werben Wohlfahrtsverbände und Hilfsorganisationen um Bürger, die Flüchtlingen ehrenamtlich helfen wollen. "Wir brauchen Menschen, die Flüchtlinge an die Hand nehmen und begleiten. Wir brauchen Helfer für die Integration, die den Menschen die deutsche Sprache vermitteln", sagte der ehemalige Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) am Dienstag bei der Vorstellung der Organisation in Potsdam. Über das Helfer-Portal können Bürger direkt bei den Initiativen ihrer Gemeinde ihre Mitarbeit anbieten. Zudem gibt es auch Stellenangebote, etwa für Sozialarbeiter, Erzieherinnen oder Integrationshelfer.

Auf der Webseite erfahren Bürger auch, wo welche Sachspenden benötigt werden. Besonders gefragt sind Winterkleidung und Schuhe. Solch ein Helferportal gibt es bereits seit einigen Wochen unter dem Namen "HelpTo" vom Verein Potsdamer Toleranzedikt für viele Kommunen im Land. Dieses Angebot wird auf der Webseite auch verlinkt.

Schwierigen Weg von Familien begleitet

"Wir wollen aber darüber hinaus gehen und den Menschen, die Flüchtlingen helfen und möglicherweise Anfeindungen ausgesetzt sind, auch sagen: Ihr seid nicht allein, es ist gut, dass ihr Mitmenschlichkeit zeigt", sagte die Landesgeschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt, Anne Böttcher. "Wir wollen auch zeigen: Das sind nicht Menschen, die uns was wegnehmen wollen, sondern Schicksale."

Dafür hat der Journalist Stefan Specht in Frankfurt (Oder) Flüchtlinge interviewt. Deren Geschichten sind über die Webseite nachzulesen. "Da erfährt man zum Beispiel, warum viele junge Männer sich allein nach Deutschland auf den Weg machen", berichtete Specht. "Denen droht die Einberufung zum Militär und dort fallen viele junge Soldaten in den Kämpfen."

Auch das Fluchtschicksal von Familien mit kleinen Kindern hat Specht aufgezeichnet. Er will diese Menschen in den kommenden Jahren auf ihrem weiteren Weg begleiten.

Brandenburg erwartet in diesem Jahr rund 36 000 Flüchtlinge – rund fünfmal so viele wie im Vorjahr. Allein seit September kamen laut Innenministerium mehr als 18 000 Asylbewerber ins Land.

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