Waschbären-Plage:

Possierliche Tierchen werden immer mehr zum Ärgernis

Auf den Dachböden machen sie Rabatz, in den Gärten stehlen sie die Früchte: Brandenburg leidet zunehmend unter Waschbären. Denn die ursprünglich aus Nordamerika stammenden Tiere haben sich rasant vermehrt.

Waschbären sind in Brandenburg inzwischen weit verbreitet. Foto: peter Steffen
Peter Steffen Waschbären sind in Brandenburg inzwischen weit verbreitet. Foto: peter Steffen

In der Jagdsaison 2011/2012 sind mehr als 14 495 Waschbären von märkischen Jägern erlegt worden. Im Jagdjahr 2010/2011 waren es rund 11 769. Das geht aus einer Antwort des Landwirtschaftsministerium auf eine parlamentarische Anfrage hervor. Zum Vergleich: 1972 wurde auf dem Gebiet des heutigen Landes Brandenburg lediglich ein einziges Exemplar der Pelztierart erlegt. Die Tiere sind vor allem im Norden des Landes verbreitet: In der Uckermark, der Prignitz und dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin wurden in den vergangenen Jahren die meisten dieser possierlichen Tiere erlegt.

Die ursprünglich aus Nordamerika stammenden Tiere haben sich seit ihrer Aussetzung in den 1930er Jahren rasant vermehrt. Weswegen der Landtagsabgeordnete Michael Luthardt (Linke) in seiner kleinen Anfrage sogar von einer Waschbärenplage spricht. Denn geeignete Schutzmaßnahmen gäbe es vor dem räubernden Tier bisher nicht. Er erkundigte sich deswegen bei der Regierung, ob das Land eine Abschussprämie plane, wie sie zu DDR-Zeiten etwa für Füchse gezahlt wurde.

Das Landwirtschaftsministerium hält sich in dieser Frage zurück. Es bestünden bereits umfassende Möglichkeiten, den Waschbären zu bejagen. Und die immer höheren Abschusszahlen zeigten, dass von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht werde. „Wir halten die Jäger an, so viele Tiere wie möglich im Rahmen des jagdlichen Managements zu entnehmen“, sagte der zuständige Referatsleiter im Landwirtschaftsministerium, Ulrich Hardt.

Hingegen kann sich Luthardt, der selbst Förster ist, eine Abschussprämie durchaus vorstellen. Damit könne man den Anreiz, den Waschbären zu erlegen, erhöhen. Unterstützung bekommt Luthardt vom FDP- Abgeordneten Gregor Beyer. Der Hobbyjäger profitierte in seiner Studentenzeit selbst von der Prämie für Füchse und Krähen. „Damit war die Party am Wochenende dann gesichert.“

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