Neues Zentraldepot:

Preußische Schätze bekommen ein neues Heim

Auch Preußenkönige konnten kaum etwas wegwerfen. Was nicht benötigt wurde, kam erst einmal in Depots. Doch die platzen schon lange aus allen Nähten.

Wenn alles planmäßig abläuft, soll das neue Zentraldepot in Potsdam im Dezember 2017 fertiggestellt sein.
Wolfram Kastl Wenn alles planmäßig abläuft, soll das neue Zentraldepot in Potsdam im Dezember 2017 fertiggestellt sein.

Mehr Platz für Schätze aus den Sammlungen der preußischen Schlösser und Gärten: In Potsdam wurde am Mittwoch der Grundstein für ein neues Zentraldepot gelegt. Mit der Fertigstellung im Dezember 2017 sollten die Sammlungen von bislang sieben Standorten zusammengeführt werden, sagte der Generaldirektor der Stiftung, Hartmut Dorgerloh.

„Die Preußen haben nichts weggeworfen, alte Sofas kamen ins Depot“, sagte er. Dort würden auch die Dinge verwahrt, die in heute nicht mehr existierende Schlösser wie das Berliner Schloss und das Potsdamer Stadtschloss gehörten. Stücke, die nach Kriegsende aus Brandenburger Herrenhäusern enteignet wurden, befänden sich ebenfalls in den Depots. „Wir versuchen, die rechtmäßigen Eigentümer zu finden“, sagte Dorgerloh.

Das Geld für den Neubau stammt aus dem sogenannten Masterplan für den Erhalt der preußischen Schlösser und Gärten. Von 2008 bis 2017 stellen der Bund und die Länder Berlin und Brandenburg gemeinsam für Investitionen insgesamt 155 Millionen Euro zur Verfügung.

Das neue Zentraldepot bietet auf etwa 5000 Quadratmetern in zwei Etagen Platz für Gemälde, Möbel, Uhren, Textilien, Porzellan, Glas und Musikinstrumente. In dem Neubau gibt es nach Angaben der Stiftung beste konservatorische und sicherheitstechnische Bedingungen.