Viel Nachholbedarf:

Qualität von Schulessen noch nicht überall gesichert

Fast jeder Schüler im Land hat inzwischen die Möglichkeit, eine Mahlzeit zu erhalten. Bei den Angeboten wird aber häufig nur auf den Preis geachtet.

Keineswegs alle Schulmensen bieten eine ausgewogene Verpflegung.
Jens Büttner Keineswegs alle Schulmensen bieten eine ausgewogene Verpflegung.

Fast jedem der insgesamt 227 000 Brandenburger Schüler kann in seiner Schule ein warmes Mittagessen angeboten werden. Etwas mehr als die Hälfte nimmt dieses Angebot auch an. Täglich werden rund 120 000 Mahlzeiten ausgegeben, wie aus einem Bericht der Vernetzungsstelle Schulessen Brandenburg zum fünfjährigen Bestehen hervorgeht. Allerdings gibt es immer noch keine einheitlichen Qualitätsstandards wie beispielsweise in Berlin oder auch im Saarland.

Das Brandenburger Schulgesetz überlässt den rund 300 Schulträgern die Entscheidung über die Auftragsvergabe für das Schulessen. Nur in 30 Prozent der Schulen existieren vertragliche Vorgaben zur Qualität. Das entscheidende Kriterium sei immer noch der Preis, hieß es. Im Schuljahr 2013/14 wurden pro Essen im Schnitt 2,26 Euro gezahlt.

Beratung für Schulen zu Ernährungsthemen

Die 2009 gegründete Vernetzungsstelle berät Schulen in Sachen Verpflegung, gibt unter anderem Tipps zur Qualitätssicherung und bietet Lehrer-Fortbildungen zu Ernährungsthemen an. „Es kommt nicht selten vor, dass Kinder ohne Frühstück und ohne Getränk in die Schule kommen“, sagte Projektleiterin Maren Daenzer-Wiedmer. „Vor dem Hintergrund der gesundheitlichen Chancengleichheit für alle Kinder können Schulen hier durch ausgewogene Verpflegungsangebote und begleitende Ernährungsbildung einen wichtigen Beitrag für ein gesundes Aufwachsen leisten.“

Verbraucherminister Helmuth Markov (Linke) lobte am Donnerstag in Wittenberge (Prignitz) die Arbeit der Vernetzungsstelle. „Die erhöhte Sensibilität aller Akteure für eine gesunde und ausgewogene Ernährung führt nachweislich zu einer höheren Teilnahme der Schüler an Mittagsmahlzeiten“, erklärte er. Vor allem Schulen mit einem hohen Anteil an Kindern aus sozial benachteiligten Familien profitierten von den Anregungen, um jedem Kind eine warme Mittagsmahlzeit und gesunde Schulverpflegung zu ermöglichen, so der Minister.

Auch deshalb wurde das zunächst auf fünf Jahre angelegte Projekt um zwei weitere Jahre bis 2017 verlängert. Die Kosten für die Vernetzungsstelle in Höhe von rund 88 000 Euro tragen anteilig Bund und Land.

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