Wegen Liebeshormonen:

Rabauken-Storch erhitzt die Gemüter

Er hackt und hackt und hackt: Der rabiate Storch „Ronny“ hat sich in seiner Wahlheimat in Brandenburg wenig Freunde gemacht.

Weißstorch „Ronny“ betrachtet sein Spiegelbild in einer Haustür.
Ralf Seidel/Archiv Weißstorch „Ronny“ betrachtet sein Spiegelbild in einer Haustür.

Seit Monaten setzt es Schnabel-Attacken auf Fenster und Autos: Ein Dorf bei Löwenberg hat vor einem Problem-Storch kapituliert. "Er ist wie eh und je", erzählte die Ortsvorsteherin von Glambeck (Oberhavel), Hilde Peltzer-Blase. Mittlerweile hätten die Bewohner den Storch auf „Ronny“ getauft und ihr eigenes Verhalten an ihn angepasst. "Die Autos stehen eben nicht mehr draußen", sagte Peltzer-Blase. Auch Fenster und Glastüren blieben teils geschlossen.

Der Storch war Anfang Mai in das Dorf gekommen und führt seitdem einen erbitterten Kampf gegen sein Spiegelbild. Von früh bis spät hackte "Ronny" auf Fensterscheiben und dunkle Autodächer ein und hinterließ neben Lackkratzern blanke Nerven. Naturschützer hatten vermutet, dass das Benehmen des Vogels von Liebeshormonen stamme.

Sogar andere Storchen-Männer verjagt

Tatsächlich gelang es "Ronny" bereits im Juni, das Männchen des bereits im Dorf brütenden Storchenpärchens zu vertreiben. Doch die Wandlung zum Vorzeige-Vater blieb aus: Die Mutter habe ihr Junges größtenteils allein aufgezogen, berichtete die Ortsvorsteherin. Spätestens Ende August hat der Spuk ein Ende: Dann fliegen die Störche wieder nach Süden. "Alle hoffen, dass er sich nicht so wohlfühlt, dass er nächstes Jahr wiederkommt", sagte Peltzer-Blase.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung