Wegen falscher Abrechnungen:

Razzia gegen betrügerischen Pflegedienst

130 Polizisten und Staatsanwälte durchsuchten Büros einer Pflegefirma sowie Wohnungen in Berlin und Brandenburg.

Polizisten waren an mehreren Orten in Berlin und Brandenburg im Einsatz.
Paul Zinken Polizisten waren an mehreren Orten in Berlin und Brandenburg im Einsatz.

Mit einem Großaufgebot von Beamten ist die Polizei in Berlin und Brandenburg gegen organisierten Betrug bei Pflegeabrechnungen vorgegangen. 130 Polizisten und Staatsanwälte durchsuchten am Donnerstagmorgen Büros einer Pflegefirma sowie Wohnungen. Es gehe um den Verdacht des Abrechnungsbetrugs in Millionenhöhe gegenüber der Pflegeversicherung, teilte die Polizei mit. Die 41-jährige Geschäftsführerin der Firma wurde festgenommen.

Ermittelt wird auch gegen sieben Angestellte und Mitarbeiter sowie gegen 31 Patienten, die am Betrug durch vorgetäuschte Leistungen beteiligt sein sollen. „Die Pflegefirma und die Patienten haben regelrecht zusammengearbeitet“, sagte ein Polizeisprecher. Die Patienten täuschten demnach vor, dass sie pflegebedürftig seien. Die Firma habe von den Versicherungen bis zu 2000 Euro im Monat für Pflege kassiert, die gar nicht gemacht wurde.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hatte kürzlich von einer neuen Dringlichkeit gesprochen, gegen organisierte Betrügereien von Pflegediensten vorzugehen. Die „Welt am Sonntag“ und der Bayerische Rundfunk hatten berichtet, dass vor allem russischstämmige Banden billige Hilfskräfte statt qualifizierter Pfleger einsetzten.

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