57 Tonträger auf den Index:

Rechtsextremistische Musik macht Ermittlern zu schaffen

In Brandenburg gibt es besonders viele Neonazi-Bands. Sie versuchen mit CDs und Konzerten, vor allem junge Leute zu erreichen. Die Behörden gehen dagegen auf mehreren Ebenen vor.

CDs mit rechtsextremen Liedern werden immer wieder beschlagnahmt.
Nestor Bachmann CDs mit rechtsextremen Liedern werden immer wieder beschlagnahmt.

Rechtsextremistische und gewaltverherrlichende Musik stammt nach Angaben des Verfassungsschutzes besonders häufig aus Brandenburg. Jedenfalls lässt das Land so viele Titel wie kein anderes auf den Index setzen. Insgesamt 652 Tonträger habe das Landeskriminalamt (LKA) in den vergangenen zehn Jahren der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien gemeldet, teilte das Potsdamer Innenministerium am Montag mit. Dies sei mit Abstand der bundesweite Spitzenwert. Bislang seien mehr als 90 Prozent aller Anträge erfolgreich gewesen.

Im Verlaufe des Jahres 2014 regte die Polizei an, 57 Tonträger auf den Index zu setzen. 2013 war dies sogar 63-mal der Fall. In 41 Fällen (2013: 37) geschah dies bereits; zwölf Anträge werden laut Ministerium derzeit noch geprüft. Den Schwerpunkt bildete mit 49 Verfahren
(2013: 49) erneut rechtsextremistische Musik. In diesem Jahr wurden immerhin bereits 38 CDs der Neonazi-Szene (2013: 28) verboten.

Land setzt auf Aufklärung und Repression

Musik sei ein besonders beliebtes Mittel von Extremisten, junge Leute anzusprechen, hieß es. Diese Art der Verführung müsse durch Aufklärung und Repression verhindert werden, betonte Innenminister Karl-Heinz-Schröter (SPD). Hemmungslose Hetze, Gewaltverherrlichung und rechtsextremistische Hetze seien nicht hinzunehmen, erklärte der SPD-Politiker.

Laut Verfassungsschutz gibt es aktuell 24 rechtsextremistische Bands im Land. Zudem habe sich die Szene an 14 CD-Produktionen beteiligt. Gegen Neonazi-Konzerte gingen Polizei und Verfassungsschutz in allen Landesteilen gezielt vor: Acht von elf Konzerten wurden den Angaben zufolge verhindert. Zuletzt sei dies kurz vor Weihnachten bei einem angekündigten Konzert in Gramzow (Uckermark) geschehen.

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