Prozessbeginn am Montag:

Rechtsstreit um Hahnengekrähe

Wenn Hunde bellen oder Hühner gackern, kennen manche Nachbarn keinen Spaß. Sie scheuen nicht mal den Weg vors Gericht.

Ein Hahn kann mit seinem Krähen durchaus einen ziemlich hohen Geräuschpegel erreichen.
Horst Ossinger Ein Hahn kann mit seinem Krähen durchaus einen ziemlich hohen Geräuschpegel erreichen.

55 Dezibel und nicht mehr? Die knifflige Frage, wie laut die Hähne von Züchter Reno Nerling krähen dürfen, muss am Montag ein Richter am Amtsgericht Brandenburg an der Havel entscheiden. Geklagt hat ein Nachbar, dem das Federvieh im beschaulichen 300-Seelen-Dorf Zitz im äußersten Westen Brandenburgs zu laut, zu oft und zu früh gackert.

Der Kläger will durchsetzen, dass der Hobbyzüchter statt bis zu acht Hähnen nur höchstens zwei halten darf. Zudem will er den Tieren ein Freilaufverbot zu bestimmten Zeiten verordnen. Dabei ist Nerling dem gegenüber wohnenden Nachbarn schon weit entgegengekommen, wie der Landesvorsitzende des Geflügelzüchterverbands, Rolf Graf, sagt. So habe er seine Hühner der Rasse „Antwerpener Bartzwerg“ gegen die als ruhiger geltenden japanischen Zwerghühner „Chabos“ ausgewechselt.

Die Klappe des Hühnerstalls sei mit einer elektronischen Vorrichtung versehen worden, die den Hühnern den Freigang nur zu bestimmten Zeiten erlaube, sagt Graf. Bei nur zwei Hähnen lohne sich die Zucht nicht mehr, sagt der Verbandsvertreter, der selbst Geflügel hält. Er hat Zitz besucht und ist der Meinung, dass der Verkehr auf dem Kopfsteinpflaster zwischen den Höfen beider Kontrahenten wesentlich lauter sei als das „Kikeriki“ der Hähne.

Auch Ortsvorsteher Silvio Mehlhaase schüttelt den Kopf. „Für mich ist die Klage unerklärlich“, sagt er. In einem Dorf, in dem fast jeder Tiere halte, werde auch gegackert.

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