Ernte-Prognose:

Regionale Märkte retten Bauern nicht vor Embargo

Die Sanktionen gegen Russland treffen die Landwirte in Brandenburg hart. Nun kommt noch ein weiteres Problem hinzu.

Nachdem durch das Russlandembargo den Landwirten viele Kunden weggebrochen sind, trübt jetzt ein weiterer Faktor die Aussicht auf satte Gewinne.
Patrick Pleul Nachdem durch das Russlandembargo den Landwirten viele Kunden weggebrochen sind, trübt jetzt ein weiterer Faktor die Aussicht auf satte Gewinne.

Mit der bundesweit beginnenden Getreideernte kommen auf die Landwirte nach Angaben von Brandenburgs Landesbauernverband weitere Probleme zu. Die erwarteten Preise liegen etwa 10 bis 15 Prozent unter denen des Vorjahres, wie der Präsident Henrik Wendorff am Montag in Worin (Märkisch-Oderland) sagte. Und da seien die Erlöse bereits niedrig gewesen.

Verantwortlich für das erwartete diesjährige unterdurchschnittliche Ernteergebnis sei eine etwa achtwöchige Trockenheit im Mai. Aufgrund geringer internationaler Nachfrage seien zudem die Speicher immer noch voll. „Totes Kapital, das die Betriebe eigentlich dringend benötigen“, sagte er.

Die deutsche Landwirtschaft sei exportorientiert. International seien die Märkte begrenzt, betonte der Landesbauernpräsident. Durch das Russlandembargo seien Kunden weggebrochen, auch in Asien gehe die Nachfrage beispielsweise nach Schweinefleisch zurück.

Druck des Einzelhandels erzeugt Tiefstpreise

Regionale Märkte allein böten keinen Ausweg, um die Zukunft der Branche zu sichern, sagte er. Angesichts des Wettbewerbsdrucks des Einzelhandels könne der Landwirt dort nicht das Geld verdienen, dass er zum Überleben benötige. Derzeit nutze der Handel jedoch seine Macht aus und drücke die Preise in den Keller.

„Wir brauchen ehrliche Preise für in Deutschland erzeugte Lebensmittel“, sagte Wendorff. Die beispielsweise von den Milchbetrieben erzielten Erlöse für einen Liter Milch von derzeit etwa 27 Cent deckten nicht einmal die Produktionskosten. Mit Spannung werde erwartet, welchen Umfang am Ende das vom Bund angekündigte Hilfspaket für notleidende Landwirte habe, so der Verbands-Chef. Eingeforderte Mengendisziplinen für bessere Preise lehnt Wendorff allerdings ab.

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