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Retter am Ende ihrer Kräfte

Vier Tage die Woche Arbeit mit jeweils zwölf Stunden: Davon haben die Mitarbeiter der URG genug. Sie wollen das alte Modell zurück, weil die derzeitige Regelung enorme Probleme und einen hohen Krankenstand bereitet.

Bei dem alten und dem aktuellen Modell ist die Wochenarbeitszeit gleich. Doch bei letzterem bringt die Verteilung der Freizeit die Rettungskräfte an ihre Grenzen.
Matthias Bruck Bei dem alten und dem aktuellen Modell ist die Wochenarbeitszeit gleich. Doch bei letzterem bringt die Verteilung der Freizeit die Rettungskräfte an ihre Grenzen.

Die Mitarbeiter der uckermärkischen Rettungsdienstgesellschaft (URG) haben mit massiven Protesten gegen ihre Arbeitszeitregelungen auf sich aufmerksam gemacht. Sie nutzten Sitzung des Kreisausschusses am Dienstag zu einer Kundgebung und forderten eine Rückkehr zu den früher üblichen 24-Stunden-Diensten, die vor zwei Jahren durch ein Zwölf-Stunden-Dienstmodell abgelöst worden waren.

„Die neue Dienstregelung führt zur Unvereinbarkeit von Beruf und Familie, sie führt zu einer großen Unzufriedenheit in der Belegschaft und verursacht einen hohen Krankenstand, weil die Mitarbeiter nicht mehr in der Lage sind, sich von den Anstrengungen der Arbeit zu regenerieren“, stellte der URG-Betriebsratsvorsitzende Jens Kühne fest.

Umstellung der Arbeitszeit wegen des Tarifs

Bei der sogenannten 24-Stunden-Regelung hatte jeder Rettungsdienstmitarbeiter zwei 24-Stunden-Dienste in der Woche, die restliche Zeit war Freizeit. Jetzt müssen sie an vier Tagen zwölf Stunden arbeiten. Durch die andere Verteilung wird die hintereinander zur Verfügung stehende Freizeit geringer.

URG-Geschäftsführer Andreas Lindner und der Aufsichtsratsvorsitzende Bernd Brandenburg erklärten hingegen, dass der Tarif des öffentlichen Dienstes eine längere Arbeitszeit als zwölf Stunden ausschließt. Deshalb seien die Arbeitszeiten umgestellt worden.

Früher hatten die Rot-Kreuz-Verbände den Rettungsdienst in der Uckermark organisiert, sie waren nicht dem Tarif des öffentlichen Dienstes unterworfen.Nach der Übernahme durch den Landkreis mussten die Arbeitszeiten dem Tarif angepasst werden. „Wir werden versuchen, bei künftigen Tarifverhandlungen eine Öffnungsklausel zu erwirken, die abweichende Arbeitszeiten ermöglicht“, kündigte Brandenburg an. mab