Medizinische Versorgung:

Rheuma-Patienten haben es schwer

Lange Wartezeiten, wenige Spezialisten – schlechte Karten für Patienten, die unter schmerzhaften Beschwerden leiden. In der Uckermark ist die Situation aber noch relativ entspannt.

Wer Rheuma hat, dem bereiten oft alltägliche Bewegungen Schmerzen.
Sebastian Widmann Wer Rheuma hat, dem bereiten oft alltägliche Bewegungen Schmerzen.

Wer einen auf die Gelenkerkrankung spezialisierten Facharzt konsultieren will, muss mit Wartezeiten von einem guten Vierteljahr rechnen. Gerade in der Fläche des Landes sei die Versorgungssituation „prekär“, sagt die stellvertretende Geschäftsführerin des Brandenburger Rheuma-Liga-Verbands, Diana Becker. „Viele Patienten scheuen mittlerweile die weiten Wege zu den Spezialisten, die ja auch Kosten mit sich bringen.“

Bestätigt wird Becker von der Antwort, die Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) auf eine Anfrage von Gregor Beyer (FDP) gab. Demnach sind in Brandenburg 28 Fachärzte als Rheumatologen tätig. Weitere 16 Ärzte dürfen die ambulanten Versorgung von Rheumapatienten übernehmen. „Insbesondere in dünn besiedelten Landkreisen können nicht alle Patienten wohnort- und zeitnah das Versorgungsangebot in Anspruch nehmen“, schreibt das Ministerium.

Die Uckermark ist davon nur wenig betroffen: Mit zwei Rheumatologen und vier ambulant versorgenden Medizinern hat der Landkreis eine relativ hohe Versorgungsdichte. Anders ist es in der Prignitz, wo nur ein Orthopäde zur ambulanten Versorgung zur Verfügung steht.

Um Patienten schneller an einen Facharzt zu vermitteln, hatten die AOK Nordost und die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg bereits 2010 einen Rheumavertrag abgeschlossen. Haus- und Fachärzte sollen demnach enger kooperieren.

Wie viele Rheumapatienten es im Land gibt, ist unbekannt. Ein zentrales Rheuma-Register wurde 1998 abgeschafft. „Vertreter von Ärzten und Krankenkassen sollten beraten, wie eine verlässliche Statistik zur Facharzt-Versorgung erstellt werden kann“, fordert deswegen Gregor Beyer.