Maskenmann-Prozess:

Richter entscheiden auf lebenslang

In einem der spektakulärsten Kriminalfälle Brandenburgs wurde ein Urteil gefällt. Das Gericht folgte der Forderung der Staatsanwaltschaft in dem Verfahren, das allein auf Indizien beruht. Doch die Verteidigung will sich mit der Entscheidung nicht zufrieden geben.

Der Angeklagte neben seinem Anwalt Christian Lödden. Die Verteidigung hat Revision angekündigt.
Patrick Pleul Der Angeklagte neben seinem Anwalt Christian Lödden. Die Verteidigung hat Revision angekündigt.

Im "Maskenmann"-Prozess ist der Angeklagte vom Landgericht Frankfurt (Oder) zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Richter sprachen den 47-Jährigen am Freitag unter anderem des versuchten Mordes schuldig. Nach Worten des Richters wollte der Mann durch eine Entführung Lösegeld erpressen, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Dabei habe er auch mit Tötungsabsicht auf einen Wachmann geschossen, der seitdem im Rollstuhl sitzt. Der Angeklagte wurde auch verurteilt, diesem Opfer 250 000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen.

Das Strafmaß entsprach der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte in dem Indizienprozess auf Freispruch plädiert. Die Nebenklage hatte zudem Sicherungsverwahrung verlangt. Die Verteidigung des Angeklagten will das Urteil anfechten und hat am Freitag angekündigt, Revision einzulegen.

Ermittlungen der Polizei kritisiert

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann vorgeworfen, in den Jahren 2011 und 2012 zwei Millionärsfamilien südöstlich von Berlin überfallen und einen Bankmanager entführt zu haben. Der 47-Jährige hatte zu Verhandlungsbeginn die Taten bestritten.

Der Indizienprozess wurde auch deshalb zu einem der spektakulärsten in Brandenburg, weil die Ermittlungsarbeit in dem Kriminalfall in den Fokus geriet. Polizeibeamte hatten als Zeugen angegeben, dass sie nicht in alle Richtungen – etwa einer fingierten Entführung – hätten ermitteln dürfen. Zuletzt spitzte sich der Prozess erneut zu, weil die Verteidigung einen möglichen weiteren Verdächtigen ins Spiel brachte: einen Ex-Polizisten. Bei allen Überfällen trug der Täter eine Art Imkermaske – daher kommt die Bezeichnung "Maskenmann".

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