Termin vor Ort:

Richter kommen wegen Balkon-Rauchens vorbei

Es geht um einen Rechtsstreit zwischen zwei Ehepaaren: Das eine konsumiert Zigaretten, die anderen Eheleute fühlen sich davon gestört.

Wer raucht, macht sich meist keine Freunde unter Nachbarn.
Jens Kalaene Wer raucht, macht sich meist keine Freunde unter Nachbarn.

In einem erbitterten Nachbarschaftsstreit um das Rauchen auf dem Balkon wollen sich Richter im Sommer vor Ort selbst ein Bild von der Situation machen. Das Landgericht Potsdam legte am Freitag zum Auftakt des zivilen Rechtsstreits zwischen zwei Rentnerehepaaren aus der brandenburgischen Kleinstadt Premnitz den 24. Juni als Termin fest. Die Kläger stören sich an dem Zigarettenqualm ihrer Nachbarn, der vom unteren Balkon des Mehrfamilienhauses nach oben zieht.

Das Landgericht hatte vergeblich versucht, die Parteien zu einer Einigung zu bewegen. Die Kläger schlagen vor, bestimmte Nichtraucher-Zeiten festzulegen. Das Raucher-Ehepaar lehnt dies aber ab und verweist darauf, dass die Zahl der pro Tag gerauchten Zigaretten schon verringert worden sei.

Der Zwist beschäftigt die Justiz schon mehrere Jahre. Zuletzt hatte der Bundesgerichtshof den Fall an das Landgericht zurückverwiesen. Die Potsdamer Richter wollen im Juni auf dem oberen Balkon des Mehrfamilienhauses stehen, während unten geraucht werden soll. Sie wollen dadurch herausfinden, wie groß die Beeinträchtigung des Klägerpaares ist.

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