:

Russland-Embargo hinterlässt in Brandenburg Spuren

Firmen aus der Mark, die vor allem vom Russlandgeschäft leben, treffen die Sanktionen der Europäischen Union besonders hart. Aber auch andere haben Einbußen, vor allem mit Blick auf die Zukunft.

Die Wirtschaft in Brandenburg leidet unter den Sanktionen, die die Europäische Union gegen Russland verhängt hat.
Jens Büttner Die Wirtschaft in Brandenburg leidet unter den Sanktionen, die die Europäische Union gegen Russland verhängt hat.

Branchenvertreter warnen vor den langfristigen Folgen der Russland-Sanktionen für die Brandenburger Wirtschaft. "Die seit nunmehr zwei Jahren andauernden Strafmaßnahmen haben schmerzhafte Spuren hinterlassen", sagte die Präsidentin der Potsdamer Industrie- und Handelskammer (IHK), Beate Fernengel. Sie kritisierte, dass sich die Mitgliedsländer der Europäischen Union nicht für eine Aufhebung des Embargos entscheiden konnten.

Die Europäische Union hatte erst vor wenigen Tagen im Grundsatz beschlossen, die Wirtschaftssanktionen gegen Russland nochmals um sechs Monate zu verlängern. Die verhängten Maßnahmen seien spürbar, sagte Beate Fernengel.

Exporte um rund ein Drittel gesunken

Brandenburger Exporte nach Russland sanken laut der IHK unter Hinweis auf statistische Angaben seit 2013 von 305 Millionen Euro auf 205 Millionen Euro im Vorjahr. Die Russland-Importe reduzierten sich im Gegenzug um fast 40 Prozent von 2013 auf 2015: von 6,3  Milliarden Euro auf 3,9  Milliarden Euro. Den bislang höchsten Wert der Importe aus Russland gab es nach den Angaben 2012 mit 7,4 Milliarden Euro.

Ein strategischer Zukunftsmarkt mit immensen Möglichkeiten bleibe durch die Sanktionen verschlossen, sagte Fernengel. "In den ersten vier Monaten des Jahres verringerten sich die Exporte um weitere vier Prozent", sagte Fernengel. Betroffen seien etwa 550 märkische Unternehmen. Besonders spürbar sei die Entwicklung im Handel mit Kraftfahrzeugen und -teilen mit einem Rückgang um fast die Hälfte. Einbußen müssten auch Maschinenbau-Firmen von rund 40 Prozent und Firmen aus dem Ressort Kunststoff/Gummi von etwa 30  Prozent verkraften. Unternehmen, die sich auf das Russlandgeschäft spezialisiert hatten, seien inzwischen in der Existenz bedroht, betonte die Präsidentin.