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Schadenersatz von Vatenfall gefordert

Der Energiekonzern will seine Braunkohlesparte in Brandenburg loswerden. Jetzt bekommt er es mit polnischen Gemeinden zu tun, die Schadenersatz verlangen – für die laufende Kohleförderung.

In der Lausitz und in Sachsen betreibt Vattenfall mehrere Gruben.
Patrick Pleul In der Lausitz und in Sachsen betreibt Vattenfall mehrere Gruben.

Zwei polnische Gemeinden im Lausitzer Grenzgebiet fordern von Vattenfall Schadenersatz für Bergbauschäden. Die Gemeinden Brody und Gubin wollen insgesamt rund 50 000 Euro, wie aus zwei Briefen an den schwedischen Staatskonzern hervorgeht. Gemeindevertreter bestätigten auf Anfrage den Vorgang.

Den Schreiben zufolge entstanden für die Gemeinden durch die nahe gelegene Braunkohleförderung in den Gruben Cottbus-Nord und Jänschwalde Zusatzkosten bei der Wasserversorgung. Es geht um einen erhöhten Eisengehalt in Gewässern und Folgen durch die Grundwasserabsenkung in den Gruben. Die Schadenersatz-Forderung bezieht sich auf die Jahre zwischen 2012 und 2015.

Riesiges Tagebaugebiet geplant

Der schwedische Staatskonzern betreibt im zweitgrößten Braunkohlerevier Deutschlands in Brandenburg und Sachsen derzeit fünf Tagebaue und mehrere Braunkohlekraftwerke. Eigentlich will das Unternehmen die Sparte abstoßen, auch um sich stärker auf Erneuerbare Energie auszurichten. Ein Käufer ist bislang nicht bekannt, es gibt aber mehrere Interessenten, darunter aus Tschechien.

Vor kurzem wurden auf polnischer Seite Pläne konkreter, wonach in einigen Jahren ein riesiges Tagebaugebiet in der polnischen Grenzregion zu Brandenburg entstehen soll. Auch ein polnischer Investor ist im Gespräch. Die beiden Gemeinden Brody und Gubin wären auch dabei betroffen.