Hoher Wettbewerbsdruck:

Schäfer verdienen Geld mit Landschaftspflege

Traditionell leben Schafzüchter vom Verkauf der Wolle und des Fleisches ihrer Tiere. Das hat sich geändert. Den Lämmern geht es immer seltener an den Kragen.

Hirten und ohne Hunde sind nicht vorstellbar: Zum Schutz gegen Wölfe sind sie wichtig.
Uwe Zucchi Hirten und ohne Hunde sind nicht vorstellbar: Zum Schutz gegen Wölfe sind sie wichtig.

Die Nachfrage nach hochwertigem Lammfleisch hat zuletzt zugenommen. Dennoch verdienen Brandenburger Schäfer ihr Geld heute meist mit Landschaftspflege. „70 Prozent des Einkommens werden damit erzielt, der Rest kommt über die Fleischproduktion in die Taschen der Halter“, sagte Knut Kucznik, Vorsitzender des Schafzuchtverbandes Berlin-Brandenburg, am Mittwoch. Im Vorjahr hingegen stammten immerhin noch 40 Prozent der Einnahmen aus dem Fleischverkauf.

Grund für die veränderten Bedingungen sind Kucznik zufolge preiswertere Importe für Lammfleisch und Wolle. Die Schafhaltung rentiere sich nur über eine Querfinanzierung. Zwar erhalte der Schäfer mit etwa 100 Euro einen guten Preis für ein Lamm. „Doch die Aufwendungen für Aufzucht, Pflege und Betreuung, aber auch Berufsgenossenschaft lassen davon wenig übrig“, rechnet der Chef des Schafzuchtverbandes vor.

Große Konkurrenz durch Importwolle

Ebenso gebe es für einheimische Wolle große Konkurrenz. „Gefragt ist der Rohstoff zwar von regionalen Kunden zum Filzen“, erläuterte der Verbandschef. Die Textilindustrie allerdings, die viel größere Mengen benötige, werde aber meist aus dem Ausland beliefert.

Die Landschaftspflege entwickle sich indes immer mehr zu einem Hauptstandbein der Brandenburger Schäfer, bestätigte Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) beim Besuch einer Schäferei in Berge (Havelland) am Mittwoch. Die Zukunft des Berufsstandes könne damit gesichert werden, ist der Landwirtschaftsminister überzeugt.

Im vergangenen Jahr hatte das Land ein Vier-Punkte-Paket zur Unterstützung der Schäfer vorgestellt. So wurde die Förderung zur extensiven Pflege von Grünland auf etwa 220 Euro je Hektar aufgestockt.

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