Nach Streit im Zug:

Schaffner schickt Mutter mit Kleinkind in den Orkan

Draußen stürmt Tief „Xaver“, drinnen ist der Regionalzug brechend voll. Der Schaffner streitet mit einer Frau mit Kinderwagen. Am Ende steht sie auf dem kalten Bahnsteig. Ein Vorfall, der für Empörung sorgt.

Orkans Xaver sorgte für ungemütliche Bedingungen auf vielen Bahnsteigen in Berlin und Brandenburg. Ein Fall sorgt jetzt für besonderes Aufsehen.
Britta Pedersen Orkans Xaver sorgte für ungemütliche Bedingungen auf vielen Bahnsteigen in Berlin und Brandenburg. Ein Fall sorgt jetzt für besonderes Aufsehen.

Erneuter Ärger über einen Schaffner in einem Regionalzug der Deutschen Bahn sorgt für Empörung. Anlass ist ein Vorfall in Hennigsdorf (Oberhavel): Dort hatte am vergangenen Freitag während des Sturms „Xaver“ eine Mutter mit einem Kleinkind im Kinderwagen auf einem Bahnsteig warten müssen, nachdem ein Schaffner sie eines Waggons verwiesen hat. Medienberichten zufolge soll es zuvor Streit wegen Platzmangels und wegen Sicherheitsbedenken gegeben haben.

Damit sei eine Grenze überschritten worden, sagte der stellvertretende Vorsitzende von Pro Bahn in Brandenburg, Karl-Heinz Kossack. „Die Fahrzeuge der Bahn sind zum Teil so ausgestattet, dass da kein Platz ist. Es ist alles sehr eng.“ Schaffner müssten in solchen Fällen „menschlich“ an die Sache rangehen, forderte er. Der Schaffner hatte in Hennigsdorf die Bundespolizei hinzugezogen. Nach Angaben der Behörde war die 26-jährige Mutter mit ihrem 18 Monate alten Kind im Prignitz-Express nach Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) unterwegs gewesen. Als die drei Beamten der Bundespolizei kamen, stritten Mutter und Schaffner noch. Schließlich sei die Frau ausgestiegen und habe dann bei etwa null Grad Kälte und viel Wind rund 45 Minuten mit ihrem Kind auf dem Bahnhof auf den nächsten Zug gewartet.

Ein Bahnsprecher sagte, der Mitarbeiter habe die Frau gebeten, in ein Mehrzweckabteil umzusteigen, da er auch für die Sicherheit der anderen Reisenden sorgen müsse. Die Frau habe mit dem Kinderwagen ungünstig im Bereich zwischen zwei Waggons gestanden. Medienberichten zufolge gab es in dem Mehrzweckabteil aber nicht genügend Platz. Auch Koffer hätten in den Gang hineingereicht.

Warum die Mutter mit ihrem Kind dann am Bahnhof stehen geblieben sei, blieb zunächst unklar, sagte der Bahnsprecher. Das Unternehmen versuche, den Vorfall aufzuklären.