Ausstellung in Frankfurt (Oder):

Schau zur Geschichte der Kleist-Inszenierungen

Das Kleist-Museum gibt interessante Einblicke, wie Stücke des Dichters in beiden deutschen Staaten interpretiert wurden.

Nadja Kubsch ist Kuratorin der Kleist-Ausstellung.
Patrick Pleul Nadja Kubsch ist Kuratorin der Kleist-Ausstellung.

Die Geschichte der Kleist-Inszenierungen im geteilten Deutschland zeigt eine Schau des Kleist-Museums im Herbst in Frankfurt (Oder). Im Mittelpunkt steht Heinrich von Kleists Schauspiel „Prinz Friedrich von Homburg“, sagte Kuratorin Nadja Kupsch am Mittwoch. „Nachdem die Nationalsozialisten Kleist stark für sich vereinnahmt hatten, traute man sich in der DDR lange nicht an den Stoff heran“, sagte Kupsch.

So gibt es ein Programmheft des Erfurter Theaters von 1954 zu sehen, wo Intendant Willy Semmelrogge Kleists Schauspiel über die Freiheit des Einzelnen gegenüber dem Recht des Herrschenden erstmals wieder auf die Bühne bringen wollte. „Die Aufführung scheiterte, weil es starken Widerstand gab“, sagte Kupsch. Der Intendant und Vater von Schauspieler Martin Semmelrogge flüchtete in den Westen.

Die Ausstellung „Euer Kleist! Spielt ihr ihn?“ soll am 6. Oktober im Rahmen der Veranstaltungen zu „25 Jahre Deutsche Einheit“ von Kulturstaatsministerin Monika Grütters eröffnet werden. Die Schau ist bis Ende Januar im Kleist-Museum zu sehen.

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