Forscher fürchten Plage:

Schickt uns Mücken!

Experten erwarten in diesem Sommer viele Plagegeister. Zugleich bitten die Wissenschaftler darum, tote Insekten einzusenden. Das hat einen ganz bestimmten Grund.

Die stechenden Insekten müssen vor allem in stehenden Gewässern bekämpft werden. Dort legen sie ihre Eier ab.
Uli Deck Die stechenden Insekten müssen vor allem in stehenden Gewässern bekämpft werden. Dort legen sie ihre Eier ab.

Die starken Regenfälle und sommerlichen Temperaturen der letzten Tage könnten im bevorstehenden Sommer eine Mückenplage zur Folge haben. Forscher bitten nun darum, möglichst viele der Stechinsekten geschickt zu bekommen. „Wir sind dankbar über jede Mücke“, sagte die Biologin Doreen Walther vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) im brandenburgischen Müncheberg. Die Tiere werden für den Mückenatlas verwendet, mit dem Verbreitungsgebiete und neue eingeschleppte Arten kartiert werden.

„Durch die in Europa in den letzten Jahren zunehmenden Ausbrüche von Krankheiten wie Dengue-, Westnil- oder Chikungunya-Fieber, die von Stechmücken übertragen werden, sowie durch den jüngsten Zika-Virus-Ausbruch in Südamerika wurde die aktuelle Bedeutung von Stechmücken als Krankheitsüberträger unter Beweis gestellt“, erklärte Walther. „Zur Risikoabschätzung benötigen wir dringend Daten zur Verbreitung der in Deutschland vorkommenden invasiven und einheimischen Arten“, begründete die Biologin das Interesse.

Für die Eiablage nutzen die Mücken ruhige Wasseroberflächen in der Natur, aber auch in Regentonnen oder anderen wassergefüllten Behältern. Nach den größtenteils niederschlagsarmen Jahren 2014 und 2015 mit eher geringen Populationsdichten der Stechmücken könne die aktuelle Situation ein Startschuss für ein hohes Aufkommen in der Mückensaison 2016 sein, hieß es am Montag von den Forschern in Müncheberg.

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