Verbot von privatem Feuerwerk:

Schlösserstiftung will Biber vor Böllern schützen

Im Park Sanssouci dürfen zu Silvester keine Knaller und Raketen angezündet werden. Dort leben auch zwei Biberpaare.

Zuletzt war ein Biber in Königs Wusterhausen durch Böller gestorben.
Patrick Pleul Zuletzt war ein Biber in Königs Wusterhausen durch Böller gestorben.

Das Knallerverbot in den Anlagen der Schlösser und Gärten von Potsdam-Sanssouci soll in der Silvesternacht konsequent durchgesetzt werden. Dies geschehe auch mit Blick auf den Tod eines Bibers durch Böller im Schlosspark Königs Wusterhausen, sagte der Sprecher der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Frank Kallensee, am Mittwoch. „Der Schutz eines jeden Tieres ist aber nicht möglich“, sagte er zugleich. Es gehe vor allem darum, historische Bauten und Gärten vor Bränden zu bewahren.

Zwei Biberpaare leben unter anderem im Park Sanssouci, vermutlich zwei am Schloss Charlottenburg in Berlin und eines am Schloss Königs Wusterhausen. In der brandenburgischen Stadt hatten vermutlich Jugendliche Böller auf das Wasser geworfen. Das sechs Monate alte Biberweibchen ertrank durch den Schock, ergab die anschließende Obduktion am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin. Die Trommelfelle wurden zerstört.

Es sei vermutlich der bislang erste dokumentierte Fall für Bibertod durch eine Böllerattacke, sagte Diplombiologe Jens Teubner vom Landesumweltamt. „Es muss ein Einzelfall bleiben.“

In Brandenburg leben insgesamt etwa 3000 bis 4000 der geschützten Biber. Vor fast 100 Jahren waren sie fast ausgestorben.