Anklage eingereicht:

Schrecklicher Verdacht nach Vergiftung der kleinen Tochter

Die Staatsanwaltschaft sieht im Vater des Mädchens als Mörder. Entscheiden muss aber ein Gericht.

Der Verdächtige sitzt seit Sommer in Untersuchungshaft.
Uwe Anspach Der Verdächtige sitzt seit Sommer in Untersuchungshaft.

Weil er seiner zwölf Monate alten Tochter einen Gift-Cocktail verabreicht haben soll, ist ein Vater wegen versuchten Mordes angeklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm zudem gefährliche Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen vor, erklärte eine Sprecherin des Landgerichts Potsdam. Demnach soll der Mann im Juni versucht haben, seine Tochter zu vergiften. Bei einer Untersuchung des Bluts und Mageninhalts des Kindes seien Reste von Alkohol, Nikotin und Desinfektionsmittel gefunden worden.

Einen Termin für den Prozess gibt es noch nicht. Das Gericht muss nämlich zunächst entscheiden, ob es die Anklage zulässt. Der angeklagte Vater befindet sich seit Sommer in Untersuchungshaft. Den Ermittlungen zufolge musste das Kleinkind ein Martyrium durchmachen: Es kam einem Zeitungsbericht zufolge ins Krankenhaus, weil es nicht mehr zunahm und wuchs.

Nachdem es dem Mädchen dort zunächst besser gegangen sei, habe sich sein Zustand nach Kontakt mit den Eltern verschlechtert und es sei ins Koma gefallen. Als die Ärzte organische Ursachen ausgeschlossen hatten, seien die Eltern in Verdacht geraten. Sie waren die Einzigen, die neben Ärzten und Pflegepersonal Zugang zu dem Kind hatten, hieß es. Zunächst wurde auch gegen die Mutter ermittelt. Inzwischen konzentriert sich der Verdacht auf den Vater: Er soll die giftigen Substanzen über den künstlichen Magenzugang verabreicht haben wurden.

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