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Schulen im Land sollen selbst für Vertretungslehrer sorgen

Die Landesregierung will den Unterrichtsausfall zurückschrauben – und gibt Verantwortung an die Schulen ab. Eine gute Lösung?

Mehr Geld für mehr Lehrer – trotzdem hagelt es Kritik.
             
Patrick Pleul Mehr Geld für mehr Lehrer – trotzdem hagelt es Kritik.  

Die Schulen in Brandenburg sollen ab dem kommenden Jahr ihre Vertretungskräfte für kurzfristig erkrankte Lehrer selbst aussuchen können. „Dafür stellt die Landesregierung den 800 Schulen ein Budget von insgesamt fünf Millionen Euro zur Verfügung“, sagte Bildungsministerin Martina Münch (SPD). Mit weiteren fünf Millionen Euro sollen die Schulämter 100 zusätzliche Lehrer einstellen, um langzeiterkrankte Pädagogen zu ersetzen. So will die Landesregierung den Unterrichtsausfall dämpfen, der derzeit bei rund zwei Prozent der Stunden liegt. In der Uckermark lag der Unterrichtsausfall im zweiten Halbjahr des Schuljahres 2012/2013 bei 2,2 Prozent und damit minimal über dem Landesdurchschnitt. Das bestätigte Ministeriumssprecher Stephan Breiding dem Uckermark Kurier.

Der Landtag muss die zehn Millionen Euro im Nachtragshaushalt noch bewilligen. Bis Anfang kommenden Jahres sollen sich die Schulleiter gemeinsam mit den Lehrerräten einen Pool von Vertretungskräften aufbauen. „Das können pensionierte Lehrer, Referendare aber auch voll ausgebildete Pädagogen sein, die entsprechend ihrer Ausbildung nach Tarif bezahlt werden“, sagte Münch.

Je nach ihrer Größe sollen die Schulen ein Budget zwischen 3000 und 16 000 Euro jährlich zur Verfügung haben. Damit können je nach Qualifikation der Kräfte und Stundensatz zwischen 70 und 700 Unterrichtsstunden zusätzlich finanziert werden.

Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Gordon Hoffmann, sprach von einem „Tropfen auf den heißen Stein“. Zehn Millionen Euro reichten nicht aus, um den Krankenstand bei den Lehrern auszugleichen. „Dafür müsste die Vertretungsreserve mit einem beherzten Schritt von 3 auf 6 Prozent verdoppelt werden, hierfür sind aber 18 Millionen Euro notwendig.“ Die Grünen im Landtag kritisierten, dass die Landesregierung zu spät reagiere. Auch FDP-Fraktionschef Andreas Büttner warf dem Bildungsministerium lange Untätigkeit vor: „Erst mit Blick auf die Landtagswahl im Jahr 2014 besinnt sich die Landesregierung auf ihren Anspruch, der Bildung Priorität einzuräumen.“