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Schwere Zeit für Allergiker

Sie sieht unscheinbar aus, kann aber gefährlich werden und Asthma hervorrufen: die Ambrosia-Pflanze. Brandenburg ist davon besonders betroffen.

Beifußambrosie (Ambrosia artemisiifolia): Von dieser Pflanze sollten sich Allergiker gerade jetzt fernhalten.
Patrick Pleul Beifußambrosie (Ambrosia artemisiifolia): Von dieser Pflanze sollten sich Allergiker gerade jetzt fernhalten.

Die Ambrosia-Blüte hat in Brandenburg begonnen. Vor allem der Süden ist betroffen. Das Umweltministerium geht davon aus, dass die Ausbreitung der Pflanze, die Allergien und Asthma auslösen kann, etwa auf Vorjahresniveau bleiben wird. Betroffen ist zum Beispiel die Region Vetschau im Spreewald. Der Stadtabgeordnete Winfried Böhmer (Grüne) sagte, dass derzeit etwa fünf Prozent der Ambrosia-Pflanzen blühten. Unlängst hatte es in der Stadt eine Ausreißaktion an einem Schwimmbad gegeben.

Der Pollenflug kann laut Ministerium bis zum ersten Frost dauern. Ambrosia wächst häufig an Straßenrändern, Autobahnen, Feldern und in Kleingärten – aber auch an Vogelfütterplätzen. Ein Faktor bei der Einschleppung der Pflanze nach Deutschland war verunreinigtes Vogelfutter. Die Ambrosia erkennt man an kleinen, gelblichen und glockenförmigen Blüten, die sich an Astspitzen und Stängel befinden.

Erste Erfolge durch Aureiß-Aktionen

In Vetschau laufen derzeit nach Stadtangaben gezielte Mähaktionen gegen die Ambrosia-Pflanze. Zudem würden Eigentümer privater Flächen bei einem Befall informiert. Und die Stadt will erstmals mit einer Pollenfalle messen, wie hoch die Belastung ist. Über die Bewilligung von Fördermitteln sei vom Land aber noch nicht entschieden worden.

Nicht nur Allergiker plagt die Ambrosia, sondern auch Landwirte. Denn es kommt durch die Verbreitung auch zu Ernteeinbußen. Aber es gibt auch Erfolge bei der Bekämpfung. Landwirt Thomas Goebel von der Göritzer Agrar GmbH sagte: "In diesem Jahr sieht es besser aus." Seit Jahren habe die Firma die Ambrosia auf ihren Feldern rund um Vetschau intensiv bekämpft und mit der Hand ausgerissen.

Vor Jahren wurde ein Atlas mit Ambrosia-Standorten erstellt, der im Internet abrufbar ist. Demzufolge gab es viele Ambrosia-Pflanzen nicht nur in Südbrandenburg, sondern auch in und um Berlin. Es gibt auch eine Handy-App, mit der neue Gebiete gemeldet werden können. Rund 10 000 Nutzer gibt es dem Land Brandenburg zufolge schon.