Elf Schwerverletzte geborgen:

Schwerer Busunfall auf der Autobahn 10

Sie waren auf dem Weg nach Polen, als ihr Bus bei Berlin plötzlich von der Autobahn abkam. Rettungskräfte mussten die Menschen aus dem Wrack befreien. Waren die Fahrer übermüdet?

Ein Polizeibeamter untersucht den verunglückten Reisebus auf der Autobahn 10 in der Nähe von Berlin. Das Fahrzeug kam aus bisher ungeklärter Ursache von der Fahrbahn ab und stürzte um.
Bernd Settnik Ein Polizeibeamter untersucht den verunglückten Reisebus auf der Autobahn 10 in der Nähe von Berlin. Das Fahrzeug kam aus bisher ungeklärter Ursache von der Fahrbahn ab und stürzte um.

Auf der Autobahn 10 nahe Berlin sind elf Menschen bei einem Busunglück schwer verletzt worden. Eine Frau schwebte zeitweise in Lebensgefahr. 40 weitere Insassen erlitten leichtere Blessuren. Der Bus kam kurz vor fünf Uhr aus bislang ungeklärter Ursache auf dem südlichen Berliner Ring von der Fahrbahn ab, fuhr in eine Böschung und kippte auf die linke Seite. Polizeiangaben zufolge waren 69 Menschen an Bord.

Der Bus, der im Auftrag des polnischen Unternehmens Sindbad fuhr, kam aus Nordrhein-Westfalen und war auf dem Weg nach Nordpolen. Ein Augenzeuge berichtete dem polnischen Nachrichtensender TVN24: „Der Fahrer schwenkte nach rechts und plötzlich stürzte der Bus um. Ich habe nur noch gebetet, dass wir überleben.“ Ein anderer Fahrgast sagte dem Sender, der Fahrer habe rund eine halbe Stunde vor dem Unfall einen ermüdeten Eindruck gemacht.

Das Unglück ist insgesamt der dritte schwere Unfall von Fernreisebussen, die im Sindbad-Auftrag unterwegs waren. Ein Sindbad-Sprecher erklärte, dass das Unglücksfahrzeug der Firma Star Turist aus Olsztyn (Allenstein) gehöre. Diese betreibe im Auftrag von Sindbad die Linienverbindung Deutschland – Polen. Technisch sei der vier Jahre alte Bus in Ordnung gewesen. Die letzte Überprüfung war demnach im September und sei noch bis März 2015 gültig.

Anschlussstelle für knapp sieben Stunden voll gesperrt

Zudem seien zwei erfahrene Fahrer im Dienst gewesen. Die Polizei teilte zunächst nichts zu Alter und Identität der Betroffenen mit. 61 der 69 Businsassen seien inzwischen mit einem von Sindbad gestellten Fahrzeug auf dem Nachhauseweg, teilte das Innenministerium in Potsdam mit. Eine Sprecherin erklärte, dass drei der elf Schwerverletzten die Kliniken bereits verlassen hätten und sich ebenfalls auf dem Weg nach Hause befänden.

Die anderen acht – darunter eine Frau, die sich zeitweise in Lebensgefahr befand und per Rettungshubschrauber in eine Berliner Spezialklinik geflogen wurde – seien weiter in stationärer Behandlung. Der Zustand der Frau sei nach einer Operation inzwischen stabil.

Die A 10 war zwischen der Anschlussstelle Niederlehme und dem Dreieck Spreeau in Fahrtrichtung Frankfurt an der Oder knapp sieben Stunden voll gesperrt. Nach Polizeiangaben waren mehr als 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Katastrophenschutz und Polizei im Einsatz.

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