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Sehbehinderte müssen Hundekot nicht mehr aufsammeln

Es sei ohnehin "gelebte Praxis", dass die Besitzer die Hinterlassenschaften von Blindenhunden nicht entfernen. Das soll nun permanent so geregelt werden.

Noch in diesem Jahr sollen Sehbehinderte von der Pflicht befreit werden, die Haufen ihrer Hunde einzusammeln.
Klaus-Dietmar Gabbert Noch in diesem Jahr sollen Sehbehinderte von der Pflicht befreit werden, die Haufen ihrer Hunde einzusammeln.

Blinde und Sehbehinderte müssen die Häuflein ihrer Blindenhunde in Potsdam nicht mehr aufsammeln. Die Verwaltung will die Stadtordnung entsprechend ändern. "Gelebte Praxis" werde nun auch formal umgesetzt, teilte ein Sprecher am Montagabend mit. In einem ersten Schritt können sich Blinde und Sehbehinderte auf Antrag von der Pflicht befreien lassen, die Hinterlassenschaften ihres Tieres zu beseitigen. Noch dieses Jahr sollen sie grundsätzlich befreit werden.

Im August habe eine Potsdamerin, die auf einen Blindenhund angewiesen ist, die Verwaltung um eine Ausnahmegenehmigung gebeten, steht in der Mitteilung der Stadt. Sie sei von Passanten angesprochen worden, dass sie den Hundehaufen wegräumen solle. Sie sei aber blind und das Aufheben sei ihr nicht möglich. Den Angaben der Stadt zufolge hat das Potsdamer Ordnungsamt selbst so etwas nie von behinderten Menschen gefordert.