Nach Stellenabbau :

Senvion will in die schwarzen Zahlen

Der Windkraftanlagen-Bauer Senvion will in drei Bundesländern Werke schließen. Hunderte Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. Die Firmengruppe verweist auf Wettbewerbs- und Preisdruck.

 Der Windkraftanlagen-Hersteller Senvion legt am Donnerstag nach seinem angekündigten Abbau von 780 Stellen, davon 730 in Deutschland, mit weiteren Zahlen nach.
Carsten Rehder Der Windkraftanlagen-Hersteller Senvion legt am Donnerstag nach seinem angekündigten Abbau von 780 Stellen, davon 730 in Deutschland, mit weiteren Zahlen nach.

Der Windkraftanlagen-Hersteller Senvion will nach einem drastischen Stellenabbau in diesem Jahr wieder raus aus den roten Zahlen. Der Jahresverlust 2016 lag bei 65 Millionen Euro nach 106 Millionen Euro im Vorjahr. Das geht aus dem am Donnerstag in Hamburg vorgelegten Geschäftsbericht hervor.

Senvion will in diesem Jahr 780 Stellen abbauen, davon 730 in Deutschland. Unterm Strich sollen weltweit rund 4100 Stellen erhalten bleiben. Nach den Planungen werden Senvion-Werke in Husum (Schleswig-Holstein) und Trampe (Brandenburg) sowie der Standort der PowerBlades GmbH in Bremerhaven geschlossen.

Diskussion über Alternativen zum „Kahlschlag”

„2016 konnten wir eine starke Grundlage für die weitere Entwicklung von Senvion schaffen“, teilte Vorstandschef Jürgen Geißinger mit. Der Umsatz stieg um 3,4 Prozent auf 2,21 Milliarden Euro, davon kommen 1,6 Milliarden Euro aus dem Onshore-Geschäft, der Rest aus dem Offshore- sowie dem Service-Bereich. Die Festaufträge für 2016 betrugen 1,3 Milliarden Euro. Noch nicht endgültig festgezurrt waren Abschlüsse über 1,77 Milliarden Euro, wie die Senvion S.A. mitteilte. Sie sprach von einem „soliden Auftragsbuch“.

Die IG Metall Küste hat die Senvion-Betriebsräte, die Bürgermeister der betroffenen Standorte sowie den Unternehmens-Vorstand für den 27. März zu einem „Runden Tisch“ nach Hamburg eingeladen. Der Bezirksleiter Küste, Meinhard Geiken, will mit ihnen über Alternativen „zum Kahlschlag“ diskutieren. Wenn die Senvion-Geschäftsführung nur auf Entlassungen und Schließungen setze, „werden wir einen harten Konflikt bekommen“, kündigte Geiken an.

In den Senvion-Werken in Husum und in Bremerhaven soll es an diesem Montag (20. März) Betriebsversammlungen geben.