Gedenken in Sachsenhausen:

Sinti und Roma klagen über Hetze durch die NPD

In dem früheren Konzentrationslager waren während des Nazi-Terrors mehr als 1000 Sinti und Roma inhaftiert.

Vertreter der Minderheit erinnerten an die Opfer der NS-Zeit.
Bernd Settnik Vertreter der Minderheit erinnerten an die Opfer der NS-Zeit.

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma hat die Bundesregierung aufgefordert, diskriminierende Wahlwerbung zu verbieten. Die Menschen sähen sich bei Wahlkämpfen in Bund und Ländern einer „bislang beispiellosen Hetzkampagne durch die NPD ausgesetzt“, sagte der Vorsitzende Romani Rose am Donnerstag in Oranienburg in der Gedenkstätte Sachsenhausen. Im Beisein von Überlebenden des Holocaust und ihren Angehörigen wurden Kränze niedergelegt. Im Konzentrationslager Sachsenhausen waren während des Nazi-Terrors mehr als 1000 Sinti und Roma inhaftiert.

„Fast 70 Jahre nach dem Holocaust darf es für solch eine öffentlich zur Schau gestellte Form der Menschenverachtung gegenüber einer Minderheit, die seit vielen Jahrhunderten in diesem Land beheimatet ist, keinen Platz mehr geben“, so Rose laut Redemanuskript.

Insgesamt wurden in ganz Europa rund 500 000 Angehörige der Minderheit von den Nazis ermordet. Grundlage für den Völkermord war ein Erlass vom 16. Dezember 1942, der die Deportation von Sinti und Roma in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau anordnete.

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