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So oft fällt der Unterricht jede Woche aus

Krankheit, Fortbildung, zu wenig Lehrer: Tausende Stunden Unterricht gehen nicht wie geplant über die Bühne. Es mangelt an Vertretungslehrern.

Geld für Vertretungslehrer gibt es angeblich genug. Nur sind diese offenbar schwer zu finden.
Caroline Seidel Geld für Vertretungslehrer gibt es angeblich genug. Nur sind diese offenbar schwer zu finden.

An Brandenburgs Schulen fallen nach Angaben des Bildungsministeriums wöchentlich im Schnitt etwa zwei Prozent des Unterrichts – rund 6000 Stunden – ersatzlos aus. Bei rund acht Prozent der insgesamt etwa 300  000  Stunden pro Woche müssen Vertretungslehrer einspringen. Dies ist laut Ministerium insbesondere in ländlichen Regionen oft schwierig. Geeignete Fachlehrer, Pensionäre oder Referendare seien rar.

Brandenburg sieht einen Aufwärtstrend. Zwar führte der Unterrichtsausfall dazu, dass etwa 1500 der insgesamt etwa 243  000 Schüler an öffentlichen Schulen in diesem Jahr keine kompletten Halbjahreszeugnisse bekommen haben. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl der Betroffenen jedoch um die Hälfte reduziert worden, betonte Bildungsminister Günter Baaske (SPD).

Kritik am Budget

Aktuelle Zahlen zum Unterrichtsausfall im ersten Halbjahr 2014/2015 erwartet der Minister in Kürze. Diese sollen am 5. März im Bildungsausschuss des Landtages vorgestellt werden, teilte sein Sprecher Florian Engels mit. „Wir gehen von einer leichten Verbesserung aus“, so Engels.

Ein Vertretungsbudget von zehn Millionen Euro ermöglicht befristete Einstellungen, um den Stundenausfall zu reduzieren. „Das Geld ist da, aber oft fehlen uns dafür trotz intensiver Suche die fachspezifischen Lehrkräfte oder Seiteneinsteiger“, sagte Baaske. Aus Sicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist diese Reserve zu niedrig angesetzt. Außerdem müsste es mehr Neueinstellungen von Lehrern geben.