Zu heiß, zu trocken:

Sommer verdirbt den Pilzsammlern den Saisonstart

Wer einen kundigen Blick hat und die verborgenen Stellen in den Wäldern kennt, kommt bereits zum Zuge. Andere gehen mit einem leeren Korb  nach Hause. Es gibt Hoffnung, dass sich das bald ändert.

Gut gewachsene Pilze und dann auch noch leicht zu finden? Das gibt es in Brandenburg nicht überall.
Patrick Pleul Gut gewachsene Pilze und dann auch noch leicht zu finden? Das gibt es in Brandenburg nicht überall.

Für Pilzsammler in Brandenburgs Wäldern hat die Saison begonnen – jedoch weniger aussichtsreich als üblich. „Insgesamt sind die Erträge noch nicht gut und auch regional sehr unterschiedlich“, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes der Pilzsachverständigen Brandenburgs, Wolfgang Bivour. Der heiße und trockene Sommer mit Temperaturen um die 30 Grad Celsius und der fehlende Regen in den vergangenen Wochen hätten in vielen Gegenden das Pilzwachstum gedrosselt.

„Wir hoffen auf richtiges Pilzwetter: regnerisch und nicht zu kalt“, sagte er. Wenn es in den kommenden Tagen regnet, könnten sich in zwei bis drei Wochen auch wieder mehr Waldpilze zeigen, so Bivour. Die Feuchtigkeit im Waldboden sei wichtig, damit sich die Pilze wieder regenerierten. „Es braucht aber eine gewisse Zeit und geht nicht innerhalb weniger Tage.“

Kilometer gelaufen und nichts gefunden

Der Klimawandel sei zu spüren, sagte Bivour. Pilze aus mediterranen Regionen seien bereits auf dem Vormarsch. So sei der in Spanien vorkommende Kaiserling – ein schmackhafter Speisepilz aus der Gattung der Knollenblätterpilze – bereits in Süddeutschland gesichtet worden.

Er selbst habe an den ihm gut bekannten Stellen schon reichlich Steinpilze gefunden, sagte Bivour. Anfänger und Ortsunkundige müssten aber kilometerweit durch die Wälder laufen – „und finden am Ende doch nichts.“ „Zuerst sollten Sammler sich auf offenen Flächen umsehen“, empfahl Bivour. Champignons, Riesenboviste oder Riesenschirmpilze seien in diesen feuchten Arealen eher zu finden als in dichten Wäldern. Auch die Hoffnung auf Pfifferlinge, die sonst ab Juni in den Wäldern wachsen, sollten die Sammler nicht aufgeben. „Bis Oktober haben die Saison“, sagte er.

In Deutschland gibt es knapp 5000 verschiedene Arten von Pilzen. Rund 4000 Arten wachsen in Brandenburg, davon sind 40 Speisepilze und etwa 60 sind giftig.

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