Eisenfressende Bakterien:

Spree soll nicht länger so braun sein

In der Lausitz fließt das Wasser mancherorts braun durch die Landschaft. Die Färbung stammt von Eisenhydroxid, das aus dem Boden in Flüsse gelangt. Nun sollen winzige Helfer das Problem mindern.

Sogenanntes Eisenocker ist der Grund für die Färbung des Gewässers.
Patrick Pleul Sogenanntes Eisenocker ist der Grund für die Färbung des Gewässers.

Der Bergbausanierer Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) greift in seinem Bemühen um saubere Flüsse im Lausitzer Braunkohletagebau auf Bakterien zurück. Die Eiseneinträge in die Spree sollen gemindert und die Braunfärbung des Flusses verringert werden. Möglich machen sollen das eisenfressende Bakterien. Die LMBV spricht von einem „Untergrund-Vorhaben“. Am Dienstag läuft das Projekt nach halbjähriger Vorbereitung in Spreetal an – im militärischen Sperrbereich des Truppenübungsplatzes Oberlausitz.

Laut LMBV liegen im Spreetaler Ortsteil Neustadt besonders hohe Eisenkonzentrationen im Boden vor. Das Verfahren soll zwei Jahre laufen. Anschließend will man prüfen, ob es sich in anderen Gebieten der Lausitz anwenden lässt. In kleinerem Umfang hat der Sanierer die Eisenfresser bereits auf einer Halde eingesetzt. Dort konnte der Anteil an Eisen und Sulfat erheblich reduziert werden. „Durch das Verfahren wird die Spree nicht komplett gereinigt werden können“, dämpfte die LMBV allzu große Erwartungen.

So entsteht Eisenocker

Grund für das Ungemach ist die natürliche Beschaffenheit des Bodens in der Lausitz. Darin befinden sich die Sulfide Pyrit und Markasit im Grundwasser in fester Form. Als Folge des Bergbaus senkt sich das Grundwasser ab, womit Luft an die Sulfide gelangt und diese oxidieren lässt. Die Reaktionsprodukte gelangen schließlich in die Flüsse. Das gelöste Eisen fällt dort als sogenanntes Eisenocker aus und bildet damit die Ursache für die Braunfärbung des Wassers. Bei dem jetzt beginnenden Verfahren regt man die ohnehin im Untergrund vorhandenen Bakterien an, diesen Prozess umzukehren.

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