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Sprengmeister bei Bombenentschärfung voll gefordert

Wie so oft musste in Oranienburg Munition aus dem Zweiten Weltkrieg entfernt werden. Aber diesmal gab es mehr Probleme als sonst.

Am Ende hatten Andre Müller (links) und sein Kollege die schwere Aufgabe gelöst.
Robert Roeske Am Ende hatten Andre Müller (links) und sein Kollege die schwere Aufgabe gelöst.

Sprengmeister haben am Freitag in Oranienburg (Oberhavel) einen Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft – mit einiger Mühe. Anschließend konnten rund 1700 Anwohner in ihre Wohnungen zurück. Der 1,2 Kilometer große Sperrkreis um den Fundort der Bombe wurde nach Angaben der Stadtverwaltung am frühen Nachmittag aufgehoben. Von der Sperrung waren auch viele Firmen im Oranienburger Gewerbegebiet betroffen, außerdem mehrere Schulen und Kitas. Bei einem Pharmahersteller fiel die Frühschicht aus. Auch der Bahnverkehr von und nach Oranienburg war zeitweise unterbrochen.

Das Bombenfragment mit 30 Kilogramm Sprengstoff und mechanischem Zünder befand sich in circa einem Meter Tiefe. Nachdem die Munition freigelegt worden war, hatten die Experten einige Mühe, den mechanischen Zünder abzudrehen. Er hatte sich verkantet, sodass sich die Entschärfung in die Länge zog. Letztlich gelang es den Sprengmeistern doch, den Blindgänger unschädlich zu machen. Wegen des schlechten Zustands musste er an Ort und Stelle entschärft werden.

Die Oranienburger haben mit der Entschärfung oder Sprengung von Bomben viel Erfahrung: Seit 1990 wurden rund 180 Weltkriegsbomben entschärft. Auch fast 70 Jahre nach Kriegsende liegen in Oranienburg noch so viele Blindgänger in der Erde wie kaum in einer anderen deutschen Stadt; bis zu 300 werden noch im Boden vermutet.